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08.01.2026 ]

Fondsmanager Beckers: "2026 wird das Jahr der Auslese"

Fondsmanager Beckers: 2026 wird das Jahr der Auslese Risiko-Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Sie erfolgen ohne Gewähr und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente dar. Es handelt sich weder um Anlageberatung noch um Anlagevermittlung. Ihr entscheidet selbst, was ihr mit den Informationen macht. Diese Transkription wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und zur besseren Verständlichkeit redaktionell leicht angepasst. Inhaltliche Abweichungen zum Original-Podcast sind möglich. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Christoph Damm: Hallo Jan. Jan Beckers: Hallo Christoph. Christoph Damm: Zunächst einmal noch ein frohes neues Jahr an dich und an alle Hörerinnen und Hörer. Wir begrüßen euch zu unserem Jahresrückblick und vor allem zu unserem großen Ausblick auf das Jahr 2026. Das machen wir natürlich nicht allein, denn wir wollen möglichst viele Themenfelder abdecken. Deshalb ist auch Ha heute dabei. Ha, schön, dass du da bist. Ha Duong: Hallo Christoph, auch dir noch ein frohes neues Jahr. Christoph Damm: Wir wollen heute über Aktien, Makro und Krypto sprechen und beginnen mit einem kurzen Rückblick. Jan, 2025 war für viele Eurofonds ein sehr starkes Jahr. Der Technology Leaders Fonds legte rund 35 % zu, der BIT Global Leaders etwa 38 %, der Fintech Leaders sogar rund 40 %. Das klingt rückblickend sehr gut – und das sind auch starke Zahlen. Gleichzeitig vergisst man dabei oft, dass es im vergangenen Jahr auch Phasen gab, die alles andere als einfach waren, etwa im zweiten Quartal. Damals gab es Sorgen rund um Strafzölle, Diskussionen über eine mögliche KI-Blase und generell viel Unsicherheit. Wart ihr mit eurem sehr aktiven Investmentansatz durchgehend erfolgreich oder musstet ihr euer Portfolio zwischendurch auch anpassen? Jan Beckers: Insgesamt war 2025 für uns natürlich ein sehr gutes Jahr – insbesondere, wenn man bede

Christoph Damm:
Hallo Jan.

Jan Beckers:
Hallo Christoph.

Christoph Damm:
Zunächst einmal noch ein frohes neues Jahr an dich und an alle Hörerinnen und Hörer. Wir begrüßen euch zu unserem Jahresrückblick und vor allem zu unserem großen Ausblick auf das Jahr 2026. Das machen wir natürlich nicht allein, denn wir wollen möglichst viele Themenfelder abdecken. Deshalb ist auch Ha heute dabei. Ha, schön, dass du da bist.

Ha Duong:
Hallo Christoph, auch dir noch ein frohes neues Jahr.

Christoph Damm:
Wir wollen heute über Aktien, Makro und Krypto sprechen und beginnen mit einem kurzen Rückblick. Jan, 2025 war für viele Eurofonds ein sehr starkes Jahr. Der Technology Leaders Fonds legte rund 35 % zu, der BIT Global Leaders etwa 38 %, der Fintech Leaders sogar rund 40 %. Das klingt rückblickend sehr gut – und das sind auch starke Zahlen. Gleichzeitig vergisst man dabei oft, dass es im vergangenen Jahr auch Phasen gab, die alles andere als einfach waren, etwa im zweiten Quartal. Damals gab es Sorgen rund um Strafzölle, Diskussionen über eine mögliche KI-Blase und generell viel Unsicherheit. Wart ihr mit eurem sehr aktiven Investmentansatz durchgehend erfolgreich oder musstet ihr euer Portfolio zwischendurch auch anpassen?

Jan Beckers:
Insgesamt war 2025 für uns natürlich ein sehr gutes Jahr – insbesondere, wenn man bedenkt, dass wir in Euro rund 34 % zugelegt haben, während der NASDAQ nur etwa 6 % geschafft hat. Damit sind wir sehr zufrieden. Besonders herausfordernd war tatsächlich das zweite Quartal, als der Trump-Zollkonflikt aufkam. In dieser Phase mussten auch wir mit unseren Fonds spürbare Rückgänge hinnehmen, lagen dabei erfreulicherweise aber ungefähr auf Indexniveau. Das hat uns gezeigt, dass sich die Verbesserungen im Risikomanagement, die wir nach 2022 eingeführt haben, ausgezahlt haben: ein deutlich aktiveres Makromonitoring, die kontinuierliche Überwachung der Risikofaktoren im Portfolio, Devil’s-Advocate-Sessions für Einzeltitel sowie der gezielte Einsatz von Hedging-Instrumenten in Stressphasen.

Das Ergebnis war, dass wir in der Aufwärtsbewegung deutlich vor ETFs und vielen Wettbewerbern lagen und in der Abwärtsphase vergleichsweise robust geblieben sind. Ein weiteres Highlight ist, dass wir nach acht Jahren Laufzeit für unsere institutionellen Investoren im Global Technology Opportunities Fonds ein Netto-Multiple von über 10x erreicht haben. Für Investoren, die seit sieben Jahren im UCITS-Fonds Global Technology Leaders investiert sind, stehen wir mittlerweile bei rund 7x. Auch das war ein schöner Erfolg im Jahr 2025.

Insgesamt war es ein starkes Jahr, das uns nicht nur Freude bereitet hat, sondern uns auch viele neue Erkenntnisse geliefert hat – insbesondere, wie wir Künstliche Intelligenz noch besser in unseren Investmentprozess integrieren können. Das stimmt uns entsprechend zuversichtlich für 2026, worauf wir gleich noch zu sprechen kommen werden.

Christoph Damm:
Bevor wir nach vorne schauen, vielleicht noch ein kurzer Blick zurück: Was waren die größten Erfolgsbringer auf der Aktienseite im vergangenen Jahr?

Jan Beckers:
Sehr stark war für uns IREN – ein ehemaliger Bitcoin-Miner, den wir dank der Recherche von Ha und seinem Team schon vor Jahren identifiziert haben. Das Unternehmen profitiert stark von der zunehmenden Knappheit von Energie in den USA und hat sich hervorragend für KI-Rechenzentren positioniert. Ebenfalls sehr erfolgreich waren mehrere unserer Chip-Investments, etwa Micron, dass wir hier besonders hervorheben können.

Im Fintech-Bereich war Robinhood einer der größten Gewinner und hat für unsere Anleger erheblich zur Performance beigetragen. Darüber hinaus gab es auch sehr volatile Titel wie Hims & Hers im Gesundheitsbereich, bei denen wir dank unseres aktiven Ansatzes profitieren konnten: Wir waren im ersten Quartal stark investiert, als die Aktie massiv zulegte, und danach nur noch gering engagiert.

Insgesamt war es sehr erfreuliches Stockpicking, getragen von einer Kombination aus fundierter Analyse und inzwischen sehr leistungsfähigen Software- und KI-Tools. Man sieht, dass sich die sieben bis acht Jahre, in denen wir in diesem Markt aktiv sind, jedes Jahr stärker in der Qualität unserer Entscheidungen widerspiegeln.

Christoph Damm:
Dann schauen wir doch auf die Kryptoseite. Im Crypto Leaders Fonds stand 2025 am Ende ein Minus von knapp zehn Prozent. Wenn man zurückblickt, war das gefühlt ein schwieriges Jahr für Bitcoin und den Kryptomarkt insgesamt. Gleichzeitig haben wir immer wieder über positive Entwicklungen und strukturelle Fortschritte gesprochen. Woher kommt aus deiner Sicht diese Diskrepanz zwischen Nachrichtenlage und Preisentwicklung?

Ha Duong:
Das ist eine sehr gute Frage. Wenn ich auf die fundamentalen Entwicklungen im Jahr 2025 zurückblicke, sehe ich zunächst einmal überwiegend Positives. Vor allem auf regulatorischer und politischer Ebene hat sich sehr viel getan. Es gab die Ankündigung einer strategischen Bitcoin-Reserve, Verbesserungen bei Accounting-Standards und die Ernennung eines neuen, kryptofreundlichen SEC-Chairs. Dieser hat Klagen gegen Unternehmen wie Coinbase und Robinhood zurückgezogen und insgesamt einen innovationsfreundlicheren Kurs eingeschlagen.

Darüber hinaus erwarten wir weitere Fortschritte im Bereich des Market Structure Bill. Mitte des vergangenen Jahres wurde bereits der Genius Act verabschiedet, der eine neue Innovationswelle rund um Stablecoins ausgelöst hat – unter anderem bei Unternehmen wie Stripe, Visa, Pfizer und Robinhood. Auch die institutionelle Adoption ist deutlich vorangeschritten, nicht zuletzt durch den Wegfall des Stigmas infolge eines pro-krypto-orientierten Präsidenten in den USA. Das zeigte sich nicht nur an ETF-Zuflüssen, sondern auch an der zunehmenden Nutzung von Digital-Asset-Treasury-Strategien bei börsennotierten Unternehmen.

Hinzu kamen wichtige technische Fortschritte. Ethereum hat mit den Upgrades Pectra und Fusaka zwei sehr relevante Verbesserungen umgesetzt, die Usability, Sicherheit und Skalierbarkeit des Netzwerks deutlich vorangebracht haben. Gegen Ende des Jahres wurden neue Rekordwerte bei Transaktionszahlen erreicht, und auch die Entwickleraktivität war so hoch wie nie zuvor.

Trotz all dessen blieb die Preisentwicklung deutlich zurück. Unter den Top-100-Krypto-Assets verzeichneten 2025 nur fünf überhaupt eine positive Performance. Im Durchschnitt lag die Entwicklung der Top 100 bei minus 56,5 Prozent. Jedes zweite Asset verlor mehr als 75 Prozent. Selbst Bitcoin und Ethereum lagen in Euro gerechnet mit 17 beziehungsweise 21 Prozent im Minus. Relativ dazu haben wir mit rund minus 7,8 Prozent besser abgeschnitten, was dennoch enttäuschend war.

Aus meiner Sicht gab es zwei zentrale Faktoren für diese Entwicklung. Zum einen kam es zu einer gewissen Ernüchterung rund um Donald Trump. Zu Jahresbeginn wurde er stark als kryptofreundlicher Präsident wahrgenommen. Mit dem Start eigener Meme-Coins durch ihn und seine Frau sowie dem zunehmenden Engagement seiner Söhne im Kryptobereich wurde jedoch klar, dass auch monetäre Eigeninteressen eine Rolle spielten. Das hat die Stimmung belastet.

Zum anderen kam es in der ersten Jahreshälfte zum sogenannten Liberation Day und zur erneuten Eskalation der Zollkonflikte. Viele der negativen Effekte politischer Maßnahmen wurden früh sichtbar, während positive Themen wie Deregulierung und fiskalische Impulse erst zeitlich verzögert wirken. Dieses Sequencing führte zu hoher Volatilität. Im Oktober verschärfte sich die Lage nochmals, als es erneut nach einem Handelskonflikt zwischen den USA und China aussah. Der Crash um den 10. Oktober führte zum größten Liquidationsereignis in der Geschichte von Krypto – mit geschätzten 20 bis 30 Milliarden Dollar an zwangsliquidierten Positionen.

Wie bereits bei Terra/Luna oder FTX folgte darauf ein längerer Nachhall: Wochen- und monatelanger Verkaufsdruck durch belastete Bilanzen und ausgeschöpftes Risikobudget bei Tradern und Market Makern. Ich glaube jedoch, dass wir inzwischen einen Punkt erreicht haben, an dem das Schlimmste hinter uns liegt. Bis zum 10. Oktober hatten Bitcoin, Ethereum und andere große Assets eigentlich ein positives Jahr – der massive Einbruch verzerrt das Gesamtbild.

Christoph Damm:
2025 war also ein sehr herausforderndes Jahr. Was erwartest du konkret für 2026 im Kryptobereich? Darauf kommen wir gleich zurück. Zunächst möchte ich mit Jan einen Blick auf die Makroseite werfen. Abseits von reinen Zahlen ist die Stimmung in der Weltwirtschaft derzeit angespannt. Es gibt viele wirtschaftliche Brandherde: ungelöste Zollkonflikte, das weiterhin schwierige Verhältnis zwischen den USA und China. Erwartet ihr, dass diese Unsicherheit anhält? Bleibt Donald Trump für euch die große Wildcard?

Jan Beckers:
Ich würde das makroökonomische Umfeld für 2026 nicht pauschal als schlecht bezeichnen. Es ist vielmehr ein sehr gemischtes Bild. Einerseits besteht durchaus Hoffnung auf weitere Zinssenkungen, abhängig von der Inflationsentwicklung. Unsere Einschätzung ist, dass KI im Jahr 2026 in ersten Bereichen tatsächlich inflationsdämpfend wirken könnte. Daraus könnte eine positive Überraschung entstehen.

Geopolitik bleibt natürlich die große Unbekannte. Allerdings muss Trump Mitte des Jahres bei den Midterm-Wahlen überzeugen, um politischen Handlungsspielraum zu behalten. Das gibt ihm einen starken Anreiz, für eine funktionierende Wirtschaft und stabile Aktienmärkte zu sorgen. Wir gehen daher davon aus, dass er 2026 weniger Interesse an großen Eskalationen haben wird als noch zu Beginn seiner Amtszeit.

Das zentrale Thema bleibt Künstliche Intelligenz. Bereits 2024 und 2025 wurde immer wieder gefragt, ob wir uns in einer großen KI-Blase befinden. Diese Frage wird uns auch 2026 begleiten. Es wird immer wieder Phasen geben, in denen Zweifel aufkommen – ähnlich wie beim sogenannten DeepSeek-Moment im Februar, als die Märkte kurzfristig um 10 bis 15 Prozent korrigierten. Solche Episoden halten wir auch künftig für wahrscheinlich.

Gleichzeitig glauben wir, dass sich die fundamentale Nutzung von KI 2026 deutlich weiter positiv entwickeln wird. In Relation dazu finden wir weiterhin attraktive Bewertungen. Unser Basisszenario ist daher ein insgesamt positives Marktumfeld mit zunehmenden Stockpicking-Chancen. Die Dispersion zwischen einzelnen Aktien nimmt zu: Während in der frühen Phase viele Titel rein storygetrieben waren, rücken nun finanzielle Kennzahlen und operative Ergebnisse stärker in den Fokus. Für aktive Investoren ist das eine sehr attraktive Ausgangslage.

Christoph Damm:
Wenn Donald Trump gute Aktienmärkte braucht, wird er vermutlich weiter auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank drängen. Ha, wäre das auch ein positives Szenario für den Kryptomarkt?

Ha Duong:
Definitiv. Entscheidend ist, was bis Mai unter dem aktuellen Fed-Chair passiert und wie sich das FOMC zusammensetzt. Zinssenkungen hängen letztlich von den Makrodaten ab. Unser Basisszenario ist weiterhin Disinflation. Der einmalige Preisanstieg durch Zölle im Vorjahr sollte sich im Jahresvergleich abschwächen. In der zweiten Jahreshälfte könnte das der Fed Spielraum geben, sich einem neutralen Zinsniveau anzunähern.

Neben den Zinsen gibt es weitere Liquiditätsfaktoren. Zum 1. Dezember 2025 endete Quantitative Tightening, und kurz darauf startete ein neues bilanzausweitendes Programm der Fed. Hinzu kommen fiskalische Nachholeffekte nach dem Ende des Government Shutdowns. All das wirkt liquiditätsfördernd.

Krypto ist inzwischen stärker ein Makro-Asset als früher. In einem positiven Makroumfeld – manche sprechen sogar von einer möglichen Goldilocks-Phase – halte ich es für unwahrscheinlich, dass Krypto schwach performt. Historische Vierjahreszyklen verlieren an Bedeutung, da sich sowohl der Konjunktur- als auch der Refinanzierungszyklus verlängert haben. Wenn 2025 schlechter lief als erwartet, halte ich es für gut möglich, dass 2026 besser wird als erwartet. Entsprechend bleiben wir konstruktiv.

Christoph Damm:
Besser als erwartet – das wäre doch auch einmal etwas für Deutschland, oder? Hierzulande läuft die Wirtschaft bekanntlich alles andere als gut. Du hattest vorhin gesagt, die Weltwirtschaft sei insgesamt kein großes Problem, aber die deutsche Wirtschaft durchaus. Die Wachstumsraten sind sehr niedrig. Gibt es aus deiner Sicht irgendwo einen Bereich, bei dem du sagen würdest: Das könnte 2026 eine positive Überraschung für Deutschland werden? Oder siehst du dafür derzeit keine echten Anzeichen?

Jan Beckers:
Ich glaube, man kann in Deutschland durchaus auf einzelne Unternehmerinnen und Unternehmer sowie auf einzelne Unternehmen hoffen, dass sie weiterhin sehr gute Leistungen bringen. In der Breite würde ich mich allerdings nicht darauf verlassen. Dafür sehen wir aktuell einfach zu wenig Reformwilligkeit – sowohl in der Politik als auch in den Medien und leider auch in Teilen der Bevölkerung.

Aus Sicht der persönlichen Vermögensallokation gibt es deshalb eigentlich nur ein klares Rezept: global investieren. Das bedeutet, das eigene Kapital weltweit in Aktienmärkte und andere Opportunitäten anzulegen und sich nicht zu stark vom Heimatbias leiten zu lassen. Das ist zumindest das, was jeder Einzelne selbst in der Hand hat – neben seinem persönlichen Beitrag als Unternehmer, Arbeitnehmer oder Wähler, um die Rahmenbedingungen in Deutschland langfristig zu verbessern.

Mir fällt es sehr leicht, optimistisch auf Technologie und internationale Aktienmärkte zu blicken. Was Deutschland betrifft, sehe ich dagegen eher schwierige Jahre vor uns. Ich hoffe, dass dieser Druck letztlich dazu führt, dass wir die dringend notwendigen Reformen angehen, die wir im Grunde seit zehn bis fünfzehn Jahren vor uns herschieben. Nach den Reformen unter Schröder ist nicht mehr viel passiert. Genau das müsste jetzt dringend nachgeholt werden. Ich hoffe darauf – verlassen würde ich mich darauf aktuell allerdings nicht.

Christoph Damm:
Es gab in dieser Woche Berichte, wonach wirtschaftliche Themen in der deutschen Politik wieder stärker in den Fokus rücken sollen. Bleibt abzuwarten, was daraus wird. Schauen wir nun auf die Aktienseite und damit vor allem auf den KI-Bereich. Jan, du hast es bereits angesprochen: Die Diskussion um eine mögliche KI-Blase kommt immer wieder auf. Du hast hier im Podcast oft erklärt, warum du nicht davon ausgehst und warum Rücksetzer sogar Chancen sein können. Wird uns diese Sorge auch 2026 weiter begleiten oder glaubst du, dass dieses Thema inzwischen weitgehend ausgeräumt ist?

Jan Beckers:
Ich glaube, diese Sorge wird immer wieder aufflackern – damit muss man rechnen. Es wird immer neue technologische Entwicklungen geben, die bestehende Annahmen infrage stellen. Es wird warnende Stimmen geben, es wird skeptische Kommentare geben, und es kann unterschiedlichste Auslöser dafür geben.

In diesen strukturellen Bullenmärkten, in denen wir uns befinden – also in Märkten, in denen Technologie in den kommenden Jahren enorme Produktivitätsfortschritte und Gewinnpotenziale schafft – gehören Rücksetzer und Zweifel einfach dazu.

Was allerdings stark dagegen spricht, dass wir unmittelbar vor einem großen Crash stehen, ist das Ausmaß der skeptischen Stimmen. Diese kommen häufig von Investoren, die sehr vorsichtig geworden sind, viel Cash halten und lieber an der Seitenlinie stehen. Historisch betrachtet kommt der große Crash in der Regel nicht dann, wenn alle ihn erwarten.

Aktuell sehen wir vielmehr eine Stimmungswende. Das zeigt sich an den gestiegenen Kursen zu Jahresbeginn und an frei werdendem Risikobudget bei professionellen Anlegern, die zum Jahresende Gewinne realisiert haben und nun wieder investieren. Wir selbst sind diesen Weg nicht gegangen, sondern investiert geblieben, weil wir von unseren Titeln überzeugt sind.

Ich glaube nicht, dass wir diese Diskussion loswerden. Aber ich halte es für deutlich wahrscheinlicher, dass wir Ende 2026 höher stehen als heute – insbesondere dann, wenn wir erneut Alpha für unsere Anleger generieren können. Natürlich gibt es auch Szenarien mit stärkeren Abverkäufen, aber ich sehe deren Eintrittswahrscheinlichkeit eher bei rund fünf Prozent. In den allermeisten Szenarien, sofern keine gravierenden geopolitischen Black-Swan-Ereignisse eintreten, sollte 2026 ein gutes Jahr werden.

Christoph Damm:
Ein weiterer Punkt im KI-Bereich sind die enormen Investitionen. Goldman Sachs erwartet für dieses Jahr KI-Ausgaben von über 500 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass sich diese Investitionen erst sehr langfristig auszahlen werden. Siehst du hier eine Dissonanz zwischen Investitionsvolumen und erwarteter Monetarisierung?

Jan Beckers:
Was man sehr aufmerksam beobachten muss, sind zwei Dinge. Auf der einen Seite sehen wir bereits heute sehr klare und massive Produktivitätssteigerungen – auch bei uns bei BIT Capital im täglichen Arbeiten. Die Kombination aus Analysten, KI und unseren Softwaretools ermöglicht deutlich tiefere und effizientere Research-Prozesse. Auch die Geschwindigkeit und Effizienz bei der Softwareentwicklung hat sich durch KI fundamental verändert.

Diese Produktivitätsgewinne sind real und rechtfertigen aus unserer Sicht die hohen Investitionen, weil teure menschliche Arbeit dadurch deutlich produktiver wird.

Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob sich diese Investitionen langfristig lohnen, sondern wann und bei welchen Unternehmen die Monetarisierung ankommt – also in Form von Umsätzen und Gewinnen. Genau diese zeitliche Dimension ist das, was die Märkte beschäftigt und was auch zu stärkeren Korrekturen führen kann.

Für Anleger ist die Entscheidung jedoch vergleichsweise klar: KI wird in den nächsten drei bis zehn Jahren enorme volkswirtschaftliche und unternehmensbezogene Wertschöpfung generieren. Daran teilzuhaben ist aus meiner Sicht eine relativ einfache Entscheidung. Schwieriger ist es, genau jene ein oder zwei Jahre zu timen, in denen es zwischenzeitlich schlecht läuft.

Deshalb empfehlen wir, eine langfristige Perspektive einzunehmen und eine gewisse Volatilität zu akzeptieren – solange es keinen klaren fundamentalen Grund gibt, nicht investiert zu sein. Allein die Tatsache, dass Kurse zuvor gut gelaufen sind, ist aus unserer Sicht kein ausreichender Grund, sich dieser strukturellen Chance zu entziehen.

Christoph Damm:
Wenn Monetarisierung der entscheidende Faktor ist: Wer wird 2026 vorne liegen? Bleiben es die Chiphersteller, sind es die Hyperscaler oder rücken jetzt eher die Softwareunternehmen in den Fokus?

Jan Beckers:
Wir werden deutlich mehr Dispersion sehen. Einerseits sehen wir Chiphersteller, die sehr stark ins Jahr gestartet sind – etwa im Speicherbereich, wo wir seit Längerem übergewichtet sind. Der Kapitalzufluss in diesen Bereich treibt allerdings auch die Speicherpreise nach oben, was wiederum andere Teile der Wertschöpfungskette belasten kann, etwa Konsumelektronik.

Gleichzeitig wird es Softwareunternehmen geben, deren Geschäftsmodelle durch KI unter Druck geraten. Andere wiederum, die in den letzten ein bis zwei Jahren kritisch gesehen wurden, werden zeigen können, dass sie nicht nur stabil sind, sondern sogar stark von KI profitieren.

Darüber hinaus sehen wir individuelle Erfolgsgeschichten in vielen Bereichen – etwa bei Unternehmen mit physischen Assets, die relativ gut vor Disruption geschützt sind, aber durch KI ihre Kostenstrukturen deutlich verbessern können. Energie bleibt ein Engpassthema, ebenso sehen wir wachsende Chancen im Gesundheitsbereich. Insgesamt wird es weniger pauschale Sektorwetten geben und mehr selektive Einzeltitelchancen.

Christoph Damm:
Ein Thema, das sich damit überschneidet, ist Energie und Rechenzentren. Iron war seit Jahren einer der Top-Werte im Portfolio. Bleibt dezentrale Rechenpower auch 2026 ein zentrales Thema?

Jan Beckers:
Definitiv – und ehrlich gesagt auch darüber hinaus. Wir stehen in engem Austausch mit den Managementteams von Datacenter-Unternehmen und sehen sehr starke Nachfragesignale, die man in klassischen Medien so oft nicht findet.

Wenn man sich die Mietpreise für Rechenzentrumskapazitäten anschaut, sind diese in den letzten Jahren stark gestiegen. Für 2026 sind kaum noch Kapazitäten verfügbar, 2027 wird noch knapper, und erste Marktteilnehmer machen sich bereits Sorgen um die Jahre 2028 und 2029.

Große Tech-Konzerne müssen frühzeitig Ressourcen sichern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In diesem Umfeld sind Unternehmen wie Iron, Cipher, Hut und andere sehr gut positioniert. Es würde mich nicht überraschen, wenn einige unserer besten Performer aus 2025 auch 2026 wieder zu den stärksten Titeln gehören.

Darüber hinaus rückt die Wertschöpfungskette weiter nach unten in den Fokus – etwa Rohstoffe wie Kupfer. Wenn man die Engpässe wirklich versteht, ergeben sich hier zusätzliche attraktive Opportunitäten.

Christoph Damm:
Um das Thema Kryptoaktien beziehungsweise Unternehmen mit Krypto-Geschäftsmodell noch aufzugreifen: MicroStrategy gilt hier immer als Vorzeigebeispiel. Gleichzeitig fangen immer mehr Unternehmen an, Kryptowährungen zu kaufen und das als Teil ihres Geschäftsmodells zu verstehen. Glaubst du, dass dieser Trend anhalten wird? Oder sieht man gerade bei MicroStrategy, dass das in einem schwachen Marktumfeld auch ein sehr gefährliches Modell sein kann?

Ha Duong:
Strukturell ist das ein extrem riskantes Modell. Es ist ein Modell, das immer mit großen Risiken verbunden ist und deshalb sehr vorsichtig betrachtet werden muss. Ich finde es schwierig, sich langfristig – also über fünf bis zehn Jahre – in ein Unternehmen wie MicroStrategy zu investieren. Für eine taktische Position kann sich das allerdings durchaus lohnen, wenn man ein gutes Timing hat.

Gerade gestern nach Börsenschluss gab es hier eine sehr positive Überraschung. Eigentlich hätte in der kommenden Woche, zum 15. Januar, eine Entscheidung von MSCI anstehen sollen, ob sogenannte Digital-Asset-Treasury-Unternehmen aus bestimmten Indizes ausgeschlossen werden. Bei MicroStrategy hätte das kurzfristig Abflüsse von über drei Milliarden US-Dollar bedeuten können – also rund fünf bis sechs Prozent der Marktkapitalisierung oder etwa ein volles Tageshandelsvolumen. Darüber hinaus hätte es die Kapitalkosten deutlich erhöht, wodurch das Geschäftsmodell, Kapital aufzunehmen und Bitcoin zu kaufen, deutlich schwieriger geworden wäre.

Gestern wurde jedoch entschieden, dass diese Exklusion nicht stattfinden wird. Das war insofern überraschend, als dieser Ausgang auf Prediction Markets wie Polymarket zuvor mit rund 77 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist war. Der Markt ging also stark davon aus, dass MicroStrategy ausgeschlossen würde. Das ist nun eine sehr willkommene positive Überraschung für den gesamten Sektor.

Ich glaube, MicroStrategy war zum Jahresende stark geshortet, und diese Entscheidung hat durchaus das Potenzial, eine Gegenbewegung auszulösen. Gleichzeitig sehen wir einen positiven Read-across für andere Unternehmen in diesem Bereich, etwa Bitmine Technologies. Wenn man hier sehr selektiv vorgeht – und wir sprechen hier wahrscheinlich von zwei der qualitativ hochwertigsten Unternehmen unter vielen Dutzend – kann man auch 2026 Chancen sehen, allerdings immer in Verbindung mit einem stringenten Risikomanagement.

Zusätzlich gibt es Chancen von der anderen Seite: Viele dieser Treasury-Unternehmen haben stark underperformt. Wenn sie zeitweise deutlich unter ihrem Net Asset Value handeln, kann sich daraus ebenfalls eine Investmentgelegenheit ergeben. Sollte ein Unternehmen nach einem Selektionsprozess entscheiden, diese Strategie nicht weiter zu verfolgen, könnten Assets monetarisiert werden, und der Aktienkurs könnte sich wieder dem NAV annähern. Auch das kann für Investoren interessant sein.

Christoph Damm:
Man hat ja auch gesehen, wie sensibel der Markt reagiert hat, als die Diskussion aufkam, dass MicroStrategy eventuell Bitcoin verkaufen müsste. Wenn man immer sagt, man halte unabhängig vom Marktumfeld, und dann doch verkaufen muss, wäre das ein massiver Vertrauensverlust.

Ha Duong:
Absolut. Es gab im vergangenen Jahr bereits andere Treasury-Unternehmen, die begonnen haben, ihre Krypto-Assets zu verkaufen. Dieses Risiko wird immer bestehen.

Im Fall von MicroStrategy hat Michael Saylor allerdings viel dafür getan, die Kapitalstruktur zu optimieren. Mitte 2022 war das noch anders. Damals hatte das Unternehmen Bitcoin-besicherte Kredite aufgenommen, was Zwangsliquidationen ermöglicht hätte. Inzwischen nutzt MicroStrategy andere Instrumente und hat zusätzliche Cashreserven aufgebaut, um Zins- und Dividendenzahlungen für bis zu zwei Jahre bedienen zu können.

Das bedeutet: Es müsste sehr viel passieren, bevor MicroStrategy gezwungen wäre, Bitcoin zu verkaufen. Dennoch werden Abverkäufe anderer Treasury-Unternehmen uns wahrscheinlich auch in diesem und in den kommenden Jahren begleiten.

Christoph Damm:
Dann nutzen wir das doch direkt als Übergang zurück zum Kryptomarkt insgesamt. Ha, was spricht dafür, dass 2026 besser wird als 2025? Du hast bereits gesagt, dass sehr viel Negatives eingepreist ist und die Preise den positiven Nachrichten bislang hinterherlaufen. Werden es wieder vor allem Bitcoin und Ethereum sein, die im Fokus stehen?

Ha Duong:
Die meiste Aufmerksamkeit werden sie definitiv bekommen, weil sie die größten und bekanntesten Assets sind. Ob sie aber auch die beste Preisentwicklung zeigen werden, ist deutlich schwieriger zu sagen.

Was wir in den vergangenen Monaten und Jahren gesehen haben, ist eine deutlich stärkere Selektion im Altcoin-Bereich. Es wurden nicht mehr pauschal alle Altcoins gekauft oder verkauft, sondern es gab klare Gewinner. Ein Beispiel ist Hyperliquid, eines der besser performenden Assets im vergangenen Jahr. Zum Jahresende hat es zwar schwächer performt, was sehr spezifische Gründe hatte – etwa Token-Unlocks und zunehmenden Wettbewerb –, aber über einen Zeitraum von 13 bis 14 Monaten war die Entwicklung sehr stark.

Das Besondere an Hyperliquid ist, dass das Projekt reale Umsätze generiert und diese zu rund 99 Prozent an die Tokenholder zurückführt. Das unterscheidet es fundamental von vielen Governance-Tokens, bei denen die Wertschöpfung deutlich fragwürdiger ist. Genau hier sehen wir einen wichtigen Trend: Neue Token-Modelle, die erst durch die verbesserte regulatorische Lage in den USA möglich werden.

Ein weiteres Beispiel ist Uniswap. Dort wurde Ende letzten Jahres darüber abgestimmt, ob Tokenholder künftig stärker an der Fee-Generierung beteiligt werden sollen. Die Abstimmung fiel positiv aus, und wir erwarten auch hier eine stärkere Wertschöpfung des Tokens. Das dürfte eines von vielen Beispielen sein, die wir in den kommenden Monaten sehen werden.

Ich gehe nicht davon aus, dass Altcoins in der Breite stark performen werden. Aber es wird selektive Gewinner geben, die sich deutlich besser entwickeln als 2025. Der Markt braucht diese Auslese. Viele Projekte, die seit Jahren existieren, aber keinen echten Nutzen geschaffen haben, müssen aus dem Markt verschwinden. Dieser Prozess ist aus meiner Sicht bereits im Gange.

Assets mit realem Nutzen, Cashflows oder klarer wirtschaftlicher Logik – wie Hyperliquid – haben 2025 deutlich besser performt als der Gesamtmarkt. Wir glauben, dass sich dieser Trend fortsetzt. Die Phase reiner Spekulation wird zumindest vorerst weniger dominant sein. Es wird immer Memecoins geben, aber nicht mehr in dieser Breite.

Privacy-Coins halten wir beispielsweise seit Langem für sinnvoll, gerade in einer Welt, in der Privatsphäre zunehmend eingeschränkt wird. Auch sie gehörten im vergangenen Jahr zu den besseren Performern. Darüber hinaus erwarten wir, dass finanzielle Infrastruktur – etwa DeFi – 2026 deutlich an Bedeutung gewinnt.

Nach dem durchschnittlichen Rückgang von rund 46 Prozent bei den Top 100 und noch stärkeren Verlusten bei kleineren Assets sehen wir nun eine bereinigte Ausgangsbasis. Fundamental starke Projekte haben aus unserer Sicht eine gute Chance, 2026 wieder überdurchschnittliche Renditen zu erzielen.

Christoph Damm:
Ein Thema, das wir im vergangenen Jahr häufig besprochen haben, sind Stablecoins. Sie wurden immer stärker nachgefragt. Könnte 2026 das Jahr der Stablecoins werden – auch mit Blick darauf, dass KI-Agenten künftig selbst Zahlungen durchführen könnten?

Jan Beckers:
Stablecoins rücken definitiv weiter in den Fokus. Ob 2026 bereits das Jahr der Stablecoins wird, ist schwer zu sagen. Häufig überschätzt man kurzfristige Entwicklungen und unterschätzt langfristige. Ich halte Stablecoins langfristig für einen sehr wichtigen Bestandteil der globalen Finanzinfrastruktur.

2026 ist allerdings erst ein Jahr nach der Einführung des Genius Act. Institutionen benötigen Zeit, um Strategien zu entwickeln und Implementierungen umzusetzen. Wir sehen vielversprechende Projekte von Unternehmen wie Stripe, Circle, Tether, aber auch von Cloudflare, Shopify, Amazon oder Walmart. Viele beschäftigen sich intensiv mit dem Thema, insbesondere im Treasury- und Zahlungsverkehr.

Im internationalen Zahlungsverkehr bieten Stablecoins klare Vorteile. Es passiert bereits sehr viel, aber es braucht Zeit, bis daraus breite Traktion entsteht. 2026 ist dafür möglicherweise noch etwas früh, aber wir sehen die Grundlagen für sehr erfolgreiche Entwicklungen in den kommenden fünf Jahren.

Christoph Damm:
Coinbase hat kürzlich gesagt, dass das große Wachstum 2026 eher bei Stablecoins als beim Bitcoin-Kurs liegen könnte. Wäre das auch ein Szenario, bei dem Unternehmen wie Coinbase für euch wieder besonders interessant werden?

Jan Beckers:
Grundsätzlich halten wir solche Unternehmen seit Langem für interessant. Unser Ansatz ist es, sowohl in Tokens als auch in Unternehmen zu investieren. Robinhood war beispielsweise einer unserer größten Gewinner im Jahr 2025.

Bei Coinbase ist es letztlich eine Frage, welcher Teil des Geschäfts gerade dominiert: kurzfristig zyklische Trading-Umsätze oder die langfristig wachsende Infrastruktur jenseits des Tradings. Wir haben gute Daten, um diese Entwicklungen eng zu verfolgen, und passen unsere Positionierung entsprechend an.

Darüber hinaus wird Coinbase – ähnlich wie Robinhood – auch bei anderen tokenisierten Assets relevant, etwa bei tokenisierten Aktien. Stablecoins sind letztlich nur der Anfang. Es gibt viele weitere Vermögenswerte, die tokenisiert werden können. Mit der erwarteten Einführung des Market Structure Bill könnten wir hier 2026 weitere Fortschritte sehen. Entwickelt sich Coinbase weiter zu einem umfassenden Infrastrukturprovider, sehen wir dort erhebliches Upside-Potenzial.

Christoph Damm:
Dann lasst uns zum Abschluss einen Gesamtblick auf 2026 werfen. Jan, du bist bekanntlich vorsichtig mit konkreten Kurszielen. Aber was kannst du uns trotzdem mitgeben?

Jan Beckers:
Ich sehe für unsere Fonds eine Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent, dass wir zufrieden oder sehr zufrieden auf 2026 zurückblicken werden. Für den Gesamtmarkt sehe ich eine höhere als 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein gutes Jahr.

Konkrete Kursziele möchte ich nicht nennen. Wir haben es in den vergangenen acht Jahren geschafft, im Schnitt rund 35 Prozent pro Jahr für unsere Anleger zu erwirtschaften. Das würde ich nicht als Ziel ausrufen, aber wir wären sicher nicht enttäuscht, wenn wir uns 2026 wieder in diese Richtung bewegen würden.

Christoph Damm:
Ha, hast du zum Schluss noch einen konkreten Ausblick aus Kryptosicht – etwas, das viele vielleicht noch nicht auf dem Schirm haben?

Ha Duong:
Es gibt mehrere zentrale Fragen für 2026. Auf der negativen Seite steht der Wettbewerb durch spezialisierte Blockchains, etwa im Zahlungsverkehr. Außerdem gibt es Risiken im Bereich Quantencomputing und die Frage, wie schnell quantumresistente Kryptografie implementiert werden kann.

Auf der positiven Seite stehen Stablecoins, tokenisierte Assets, DeFi als digitale Finanzinfrastruktur und die Schnittstelle zwischen KI und Krypto. Auch das Thema Privacy wird wichtiger werden, insbesondere im Kontext von Ethereum.

Das sind aus unserer Sicht die entscheidenden Themen, die uns 2026 begleiten werden.

Christoph Damm:
Dann vielen Dank euch beiden für den umfassenden Ausblick – und auf gute Investmententscheidungen im Jahr 2026.

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