Fondsmanager Beckers: „Die Märkte senden ein Warnsignal an die USA“

Fondsmanager Beckers: „Die Märkte senden ein Warnsignal an die USA“ Risiko-Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hierbei nicht um Anlagevermittlung, Anlageberatung oder Ähnliches. Ihr entscheidet selbst, was ihr macht. Diese Transkription wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und zur besseren Verständlichkeit redaktionell leicht angepasst. Inhaltliche Abweichungen zum Original-Podcast sind möglich. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Christoph DammHallo Jan! Jan BeckersHallo Christoph! Christoph DammDu bist ja gerade in einem Land, das zurzeit sehr im Mittelpunkt steht – in den USA. Wo bist du genau und was machst du da? Jan BeckersIch bin hier auf der Morgan Stanley TMT-Konferenz in San Francisco. Das ist eine der Konferenzen, bei der gefühlt 300 für uns relevante Tech-Unternehmen zusammenkommen und rund 1500 Investoren aus aller Welt. Man spricht mit Unternehmen, hört Präsentationen, diskutiert mit anderen Investoren – ein echter Marktplatz, sehr nah am Puls. Oft nimmt man viele neue Investmentideen mit, die man in den kommenden Wochen weiter recherchiert. Christoph DammWie läuft so ein Konferenztag ab? Läuft man da einfach CEOs über den Weg oder hat man feste Termine? Jan BeckersVon großen Firmen sind oft CFOs da, manchmal auch CEOs. Bei mittelgroßen Firmen eher CEOs. Parallel laufen immer sechs bis sieben Talks, wo ein Unternehmensvertreter von einem Morgan-Stanley-Analysten interviewt wird – da sitzen dann fünf bis 500 Leute. Parallel gibt es Einzelmeetings, kleine Gruppendiskussionen, Follow-ups. Und zwischendurch Kaffeepausen für Austausch mit anderen Investoren. Ziel ist: möglichst viele Eindrücke sammeln und Ideen für das Portfolio mitnehmen. Christoph DammHast du schon ein Unternehmen gesehen, das vielleicht bald im Po

Christoph Damm
Hallo Jan!
Jan Beckers
Hallo Christoph!
Christoph Damm
Du bist ja gerade in einem Land, das zurzeit sehr im Mittelpunkt steht – in den USA. Wo bist du genau und was machst du da?
Jan Beckers
Ich bin hier auf der Morgan Stanley TMT-Konferenz in San Francisco. Das ist eine der Konferenzen, bei der gefühlt 300 für uns relevante Tech-Unternehmen zusammenkommen und rund 1500 Investoren aus aller Welt. Man spricht mit Unternehmen, hört Präsentationen, diskutiert mit anderen Investoren – ein echter Marktplatz, sehr nah am Puls. Oft nimmt man viele neue Investmentideen mit, die man in den kommenden Wochen weiter recherchiert.
Christoph Damm
Wie läuft so ein Konferenztag ab? Läuft man da einfach CEOs über den Weg oder hat man feste Termine?
Jan Beckers
Von großen Firmen sind oft CFOs da, manchmal auch CEOs. Bei mittelgroßen Firmen eher CEOs. Parallel laufen immer sechs bis sieben Talks, wo ein Unternehmensvertreter von einem Morgan-Stanley-Analysten interviewt wird – da sitzen dann fünf bis 500 Leute. Parallel gibt es Einzelmeetings, kleine Gruppendiskussionen, Follow-ups. Und zwischendurch Kaffeepausen für Austausch mit anderen Investoren. Ziel ist: möglichst viele Eindrücke sammeln und Ideen für das Portfolio mitnehmen.
Christoph Damm
Hast du schon ein Unternehmen gesehen, das vielleicht bald im Podcast landen könnte?
Jan Beckers
Einige potenziell interessante Ideen gibt es schon. Einiges wird man verifizieren, anderes wieder verwerfen. Dieses Jahr stehen aber eher Makrothemen im Vordergrund: Zölle, potenzielle Budgetkürzungen in den USA, die AI-Diskussion. Wenn ich jetzt schon eine Top-Idee hätte, würde ich sie sowieso erst in den Fonds kaufen, bevor ich darüber rede.
Christoph Damm
Trump bestimmt aktuell viel die Stimmung. Wie ist die Lage in den USA und wie wird über seine Politik – Stichwort Zölle – berichtet?
Jan Beckers
Sehr gemischt. Anfangs gab es viel Euphorie. Jetzt überwiegen eher Bedenken: Was passiert mit der Inflation? Die jüngsten Daten zeigen nicht unbedingt eine weiter sinkende Inflation. Die Märkte reagieren etwas skeptischer auf Trumps Vorgehen.
Christoph Damm
Ich habe gelesen, dass US-Staatsanleihen seit Trumps Amtsantritt besser gelaufen sind als der Aktienmarkt. Schadet Trump gerade der Wall Street?
Jan Beckers
Trump schaut selbst sehr auf die Märkte, er sieht sie als Gradmesser seiner Politik. Und aktuell senden die Märkte ihm tatsächlich ein Warnsignal. Das kann auch dazu führen, dass er wieder marktfreundlichere Maßnahmen oder zumindest marktfreundliche Tweets bringt. Bei Krypto hat man das ja sofort gesehen. Für uns war das Anlass, etwas Risiko herauszunehmen.
Christoph Damm
Hattest du auf der Bingo-Karte, dass du die USA-Gewichtung im Fonds reduzieren musst?
Jan Beckers
Eher nein, aber wir kommen sehr stark aus der Bottom-up-Analyse. Wir haben China erhöht, weil die Unternehmen dort große Fortschritte machen. Europa haben wir auch erhöht. Die USA waren ohnehin nicht übergewichtet.
Christoph Damm
Europa hat gerade ein kleines Comeback hingelegt. Warum?
Jan Beckers
Zum einen starke Einzeltitel im DAX – SAP, Telekom. Dann die Aussicht auf eine handlungsfähige Regierung in Deutschland. Europa wird wegen der geopolitischen Lage massiv in Verteidigung investieren – ein großes Konjunkturprogramm. Das wirkt positiv auf viele Branchen.
Christoph Damm
Wie lange kann das anhalten? Wird 2025 vielleicht ein DAX-Jahr?
Jan Beckers
Kurzfristig absolut möglich. Mittelfristig sehe ich die US-Märkte aber weiter höher, weil es dort mehr dynamische Wachstumsunternehmen gibt. Europa profitiert kurzfristig, aber die langfristigen strukturellen Probleme sind nicht gelöst.
Christoph Damm
Kommen wir zu Krypto: Nach Trumps Ankündigung einer strategischen Kryptoreserve ging es rasant hoch – und sofort wieder runter. Warum?
Jan Beckers
Der Markt wartet auf Taten, nicht Ankündigungen. Wenn die USA tatsächlich eine nationale Bitcoin-Reserve aufbauen, wäre das ein massiver Katalysator. Es wird daran gearbeitet, aber wann es kommt, lässt sich nicht timen.
Christoph Damm
Trump hat neben Bitcoin und Ethereum auch Solana und Ripple erwähnt. Hat dich das überrascht?
Jan Beckers
Ja. Einige Coins, die er genannt hat, würde ich nicht anfassen. Man fragt sich, was dahinter steckt. Und wie man die sinnvoll in eine Reserve packen will. Das wirkt nicht besonders konsistent. Spannend ist aber, dass einzelne US-Bundesstaaten auch eigene Bitcoin-Initiativen starten. Und die VAE haben bereits über ihren Staatsfonds gekauft.
Christoph Damm
Es bleibt also unberechenbar. Theoretisch müsste man zuerst kaufen und dann verkünden.
Jan Beckers
Genau. Wenn man vorher ankündigt, treibt man den Preis nur hoch. Theoretisch wäre es klüger, erst zu kaufen und dann zu verkünden: „Wir haben gekauft“. Deshalb sollte man nicht versuchen, das Timing zu traden – einfach solide Exposure halten.
Christoph Damm
Dann noch mal zurück zur Konferenz: Nvidia hat gute Zahlen geliefert, trotzdem reagiert der Markt gereizt. Warum?
Jan Beckers
Kurzfristige Fragezeichen: Wie viele Chips werden wirklich im nächsten Jahr bestellt? Wie stark verlangsamt sich Pre-Training? Dazu geopolitische Themen, China. Wir haben unsere Nvidia-Position verkauft – war ein super Trade – und schauen jetzt von der Seitenlinie zu.
Christoph Damm
Und das Thema DeepSeek? Spielt das noch eine Rolle?
Jan Beckers
Indirekt ja, weil es AI günstiger macht. Gut für Anwender, Druck für Semis. Aber auf der Konferenz ist das nicht das Hauptthema. Eher die Frage: Wie viel wird kurzfristig weiter in AI-Kapazität investiert? Einige große Player wurden zuletzt vorsichtiger.
Christoph Damm
Jan, danke dir – und viel Erfolg auf der Konferenz!
Jan Beckers
Danke dir. Bis bald!

