Fondsmanager Beckers: „Einige Aktien wurden zu stark verkauft“

Fondsmanager Beckers: „Einige Aktien wurden zu stark verkauft“ Risiko-Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hierbei nicht um Anlagevermittlung, Anlageberatung oder Ähnliches. Ihr entscheidet selbst, was ihr macht. Diese Transkription wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und zur besseren Verständlichkeit redaktionell leicht angepasst. Inhaltliche Abweichungen zum Original-Podcast sind möglich. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. 00:23 – Christoph DammBeckers Bets, der Investment-Podcast mit Jan Beckers. Hallo Jan! 00:35 – Jan BeckersHallo Christoph! 00:36 – Christoph DammJa, weiterhin eine ordentliche Reisetätigkeit bei dir dieses Jahr. Dieses Mal bist du zur Aufnahme in Dubai – nicht wegen der Aufnahme, sondern vermutlich aus einem anderen Grund. Was ist der Grund für deine Reise? 00:46 – Jan BeckersGenau, ich bin in Dubai bei einer der größten Kryptokonferenzen, der Token 2049. Da geht es um Themen wie Stablecoins, institutionelle Adoption und neue Ökosysteme, die gerade entstehen. Es ist einfach ein guter Anlass, um zwei Tage lang intensiv die neuesten Entwicklungen der Kryptowelt durchzugehen. 01:15 – Christoph DammDann müssen wir natürlich auch über Krypto sprechen, aber das machen wir etwas später. Erstmal würde ich gerne auf den Aktienmarkt schauen. Der ist alles andere als langweilig – für Investoren momentan ziemlich herausfordernd. Donald Trump steht politisch über allem. Wir haben Streit mit Fed-Chef Jerome Powell gesehen. Dann die Strafzölle: erst eingeführt, dann wieder ausgesetzt. Dazu eine Reihe von Quartalszahlen.Vielleicht kurz der Hinweis: Wir sprechen heute am 29.04., weil derzeit jeden Tag so viel passiert. Also: Wie herausfordernd ist das Umfeld für dich und dein Team zurzeit? 01:57 – Jan BeckersDas ist defi

00:23 – Christoph Damm
Beckers Bets, der Investment-Podcast mit Jan Beckers. Hallo Jan!
00:35 – Jan Beckers
Hallo Christoph!
00:36 – Christoph Damm
Ja, weiterhin eine ordentliche Reisetätigkeit bei dir dieses Jahr. Dieses Mal bist du zur Aufnahme in Dubai – nicht wegen der Aufnahme, sondern vermutlich aus einem anderen Grund. Was ist der Grund für deine Reise?
00:46 – Jan Beckers
Genau, ich bin in Dubai bei einer der größten Kryptokonferenzen, der Token 2049. Da geht es um Themen wie Stablecoins, institutionelle Adoption und neue Ökosysteme, die gerade entstehen. Es ist einfach ein guter Anlass, um zwei Tage lang intensiv die neuesten Entwicklungen der Kryptowelt durchzugehen.
01:15 – Christoph Damm
Dann müssen wir natürlich auch über Krypto sprechen, aber das machen wir etwas später. Erstmal würde ich gerne auf den Aktienmarkt schauen. Der ist alles andere als langweilig – für Investoren momentan ziemlich herausfordernd.
Donald Trump steht politisch über allem. Wir haben Streit mit Fed-Chef Jerome Powell gesehen. Dann die Strafzölle: erst eingeführt, dann wieder ausgesetzt. Dazu eine Reihe von Quartalszahlen.
Vielleicht kurz der Hinweis: Wir sprechen heute am 29.04., weil derzeit jeden Tag so viel passiert. Also: Wie herausfordernd ist das Umfeld für dich und dein Team zurzeit?
01:57 – Jan Beckers
Das ist definitiv ein sehr komplexes Umfeld, gerade weil die letzten 30 bis 60 Tage vor allem von allem geprägt waren, was Trump und sein Team geäußert haben – und von neuen Handelskonflikt-Themen, die durch die Welt gingen und sich dann teils schon wenige Tage später wieder änderten.
In der Anfangsphase gab es weniger fundamentale Impulse durch Unternehmensmeldungen, sondern eher eine Gemengelage wie 2022: An manchen Tagen wurde in einem Abwasch alles verkauft, ohne Dispersion. An anderen Tagen ging alles hoch.
Jetzt scheint es so, als hätten sich die Märkte darauf besser eingestellt. Man sieht wieder mehr Dispersion, also dass unternehmensspezifische Nachrichten stärker zählen. Ein Umfeld, das uns wieder mehr Freude macht.
Aber ja: Die Lage bleibt komplex und fordert unsere volle Aufmerksamkeit.
03:20 – Christoph Damm
Die Zölle sind wohl das zentrale Thema. Du sagst: Jede neue Entwicklung kann sofort starke Ausschläge nach oben oder unten auslösen. Braucht man gerade einfach viel Ruhe und muss diese Schwankungen aushalten?
03:36 – Jan Beckers
Zu Beginn war es so, dass Trump und seine Leute davon sprachen, Wall Street sei jahrelang gut gelaufen – jetzt müsse Main Street profitieren. Da hatte der Markt Sorge, dass maximaler Schaden in Kauf genommen wird.
Dann aber – auch weil die Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt hatten (die langfristigen US-Zinsen sollten fallen, sind aber gestiegen) – merkte man: Der Markt darf nicht beliebig torpediert werden.
Seitdem sieht man eher:
Läuft es schlecht, kommen schnell beruhigende Aussagen.
Läuft es gut, kommen neue kritische Töne.
Das deutet auf eine Art „Rangebound Trading“-Phase hin.
Wie es weitergeht, hängt stark davon ab, wie sich die wirtschaftlichen Daten entwickeln und wie die Earnings Season verläuft. Bewertungsseitig sieht es in vielen Bereichen attraktiv aus.
05:47 – Christoph Damm
Glaubst du, es ging nur darum, die Zinsen nicht zu gefährden? Oder gab es auch Stimmen aus der Wirtschaft, die gesagt haben: „Wir können die Märkte nicht abstürzen lassen“?
06:11 – Jan Beckers
Ich denke, es ist beides. Viele sehr einflussreiche Menschen haben sich geäußert – Bill Ackman, Jamie Dimon und viele andere.
Außerdem hat sich geändert, wer innerhalb der Regierung kommuniziert. In den letzten Wochen war es oft Scott Bessent, der eher marktfreundlich auftritt und für Stabilität sorgen möchte.
Er will die Handelsziele durchsetzen – aber ohne den Markt zu zerstören. Und das ist aus vielen Gründen vernünftig.
Ein wichtiger Faktor: Der Vermögenseffekt in den USA ist extrem relevant. Schlechte Märkte → Menschen fühlen sich ärmer → Konsum fällt → Wirtschaftsdaten verschlechtern sich.
Das will niemand.
Gleichzeitig waren die Sentimentdaten extrem schlecht, wie in der Finanzkrise. Die harten Wirtschaftsdaten dagegen waren zuletzt überraschend robust.
Jetzt kommt es darauf an, wie sich Zölle realwirtschaftlich auswirken – und ob die Serviceinflation endlich deutlich fällt. Würde sie nachhaltig zurückgehen, könnten endlich auch die Zinsen sinken. Das wäre gut für Aktien, Krypto, eigentlich alles.
09:05 – Christoph Damm
Also ist das Glas momentan wieder eher halb voll? Bedeutet das für euch: starke Rücksetzer sind Kaufgelegenheiten?
09:15 – Jan Beckers
Ja. Einige Aktien wurden überproportional verkauft – aus unserer Sicht ohne Grund. Beispiele: Robinhood, Hims & Hers. Da haben wir nachgelegt.
Wir tracken die operativen KPIs sehr eng, und viele dieser Unternehmen entwickeln sich gut.
Schaut man auf die Bewertungen (z. B. im Global Technology Opportunities Fonds): durchschnittliches KGV 15 bei gleichzeitig starkem Wachstum.
Wenn keine massive Marktkrise eintritt, ist das ein sehr attraktives Setup.
Wir bleiben vorsichtig, aber mittel- bis langfristig sehen wir ein sehr gutes Umfeld.
11:22 – Christoph Damm
Dann wechseln wir zum Kryptobereich. Du bist auf der Token 2049 in Dubai. Welche Themen dominieren – und welche Rolle spielt Krypto aktuell im Makro- und Investmentkontext?
11:43 – Jan Beckers
Großes Thema Nummer 1: Der Aufstieg der Stablecoins.
Sie spielen zunehmend eine echte Rolle in der Realwirtschaft – mit dreistelligen Milliardenbeträgen. Grenzüberschreitende Zahlungen werden schneller und günstiger.
Für die USA sind Stablecoins ein Segen, weil Dollar-Stablecoins überwiegend in US-Treasuries investiert werden. Das hilft den USA, sich günstig zu finanzieren – genau im Sinne von Trump.
Ein weiteres Thema: Tokenisierung von Assets.
Damit können Menschen weltweit einfach Apple-Token kaufen, Immobilienanteile, etc. – ohne komplizierte Broker-Accounts.
Drittes Thema: Wo stehen wir im Kryptozyklus? Kommt der Bullrun? Welche Altcoins haben das größte Upside?
Und natürlich Networking.
14:54 – Christoph Damm
Also wird der Kryptomarkt reifer? Weniger Hype, mehr Substanz?
15:10 – Jan Beckers
Teils, teils.
99,9 % der Token bleiben Mist – das ist weiterhin so.
Aber:
Bitcoin verhält sich inzwischen in vielen Marktphasen reifer und stabiler als früher – teilweise sogar stabiler als der Nasdaq.
In Panikphasen fällt er zunächst mit, aber danach stabilisiert er sich schnell, ähnlich wie Gold.
Das macht ihn zunehmend zu einem ernsthaften Portfolio-Baustein.
17:36 – Christoph Damm
Bitcoin als Basis-Investment, Stablecoins als Infrastruktur. Was ist mit Minern oder Token-Projekten? Was ist für euch spannend?
17:52 – Jan Beckers
Stablecoins sind primär ein Werkzeug – nicht das Investment selbst.
Spannend wird es bei den Protokollen, also bei den Krypto-Assets, die unter den Ökosystemen liegen. Dort entsteht Value.
Stablecoins fördern die Infrastruktur, aber echte Rendite kommt aus den Layer-1s, Layer-2s usw.
19:28 – Christoph Damm
Kommen wir zur KI. Was hat sich zuletzt getan?
19:41 – Jan Beckers
Der Zollkonflikt hat alles überlagert.
Aber operativ geht es im KI-Bereich gut voran:
- Konsumenten nutzen KI-Tools immer intensiver
- Start-ups entdecken funktionierende Use-Cases
- Unternehmen nutzen KI stark in der Softwareentwicklung
Viele CTOs sagen inzwischen: „Wir stellen kaum Entwickler ein – wir schaffen mehr mit dem bestehenden Team + KI.“
Die Adoption läuft – und wenn der Handelskonflikt wieder abklingt, wird KI wieder das große Thema werden.
Ich rechne mit einer „positiv verrückten“ nächsten KI-Phase.
22:21 – Christoph Damm
Huawei testet Chips, die schneller sein sollen als Nvidias H100. Droht Nvidia ein „DeepSeek-Moment“?
22:42 – Jan Beckers
Wenn Huawei schneller als H100 wäre, wären sie schneller als Nvidia vor ein paar Jahren.
China macht große Fortschritte – aber sie liegen immer noch hinter Nvidia.
Das wird wohl 2–5 Jahre so bleiben.
Aber China investiert massiv, baut eine eigene Wertschöpfungskette auf, pusht Software und KI-Integration.
Das erzeugt hohe Nachfrage entlang der gesamten Halbleiterkette.
24:26 – Christoph Damm
Kommen wir zum Ausblick: Ihr investiert weiter in KI, oder?
24:41 – Jan Beckers
Ganz klar.
Wir haben intern viele eigene KI-Tools gebaut – das gibt uns einen Vorsprung.
Im Portfolio haben wir eine gute Balance: Unternehmen, die stark von KI profitieren, und solche, die eine starke physische Moat haben und daher robust bleiben.
26:10 – Christoph Damm
Also: kurzfristig komplex, mittel- bis langfristig spannend?
26:19 – Jan Beckers
Genau.
Die Bewertungen sind extrem attraktiv.
Kurzfristig bleibt das Umfeld volatil, aber in 6–18 Monaten stehen wir sehr wahrscheinlich höher.
27:11 – Christoph Damm
Zum Abschluss: Am 6. Mai bist du auf dem OMR-Festival auf der großen Bühne. Ein kleiner Vorgeschmack?
27:38 – Jan Beckers
Wir sprechen über weltweite Tech-Chancen – Europa, USA, China.
Wir sprechen über Auto1, aber auch andere europäische Titel, und über chinesische Unternehmen, weil dort gerade viel passiert und die Bewertungen spannend sind.

