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05.12.2024 ]

Fondsmanager Jan Beckers: „Vermögen ist von Hong Kong nach Singapur gezogen”

Fondsmanager Jan Beckers: „Vermögen ist von Hong Kong nach Singapur gezogen” Risiko-Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hierbei nicht um Anlagevermittlung, Anlageberatung oder Ähnliches. Ihr entscheidet selbst, was ihr macht. Diese Transkription wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und zur besseren Verständlichkeit redaktionell leicht angepasst. Inhaltliche Abweichungen zum Original-Podcast sind möglich. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. 00:23 – Christoph DammBeckers Bets – der Investment-Podcast mit Jan Beckers.Hallo Jan! Das Jahr neigt sich dem Ende. Im November warst du nochmal sehr viel unterwegs, teile uns doch bitte ein paar Eindrücke. 00:50 – Jan BeckersIm November war ich tatsächlich fast durchgehend auf Reisen, weil ich sehr nah an unseren Portfoliounternehmen und potenziellen neuen Kandidaten sein wollte.Ich war zunächst auf einer großen Konferenz in Singapur, habe dort viele asiatische Wachstumsunternehmen getroffen. Danach ging es weiter nach China – mehrere Städte, viele spannende und teilweise extrem günstig bewertete Unternehmen.Zuvor war ich in den USA: einige Unternehmensbesuche und ein Capital Market Day. Und davor im Mittleren Osten, vor allem Dubai und Abu Dhabi. 01:53 – Christoph DammAlso quasi einmal um die Welt.Wie war dein Eindruck? Ist die Stimmung in manchen Ländern wirklich so schlecht, wie man hier oft liest? 02:07 – Jan BeckersGerade China muss man stark differenzieren. Die Wirtschaft wächst vielleicht „nur“ mit 4 % statt 6 %, und man muss die offiziellen Zahlen immer einordnen.Aber vor Ort sieht man enorme Dynamik.Sie haben Probleme, zum Beispiel im Immobiliensektor, aber in vielen Zukunftsindustrien – CleanTech, E-Mobilität – sind sie extrem stark.Und die Produktivität ist beeindruckend. Dazu

00:23 – Christoph Damm
Beckers Bets – der Investment-Podcast mit Jan Beckers.
Hallo Jan! Das Jahr neigt sich dem Ende. Im November warst du nochmal sehr viel unterwegs, teile uns doch bitte ein paar Eindrücke.

00:50 – Jan Beckers
Im November war ich tatsächlich fast durchgehend auf Reisen, weil ich sehr nah an unseren Portfoliounternehmen und potenziellen neuen Kandidaten sein wollte.
Ich war zunächst auf einer großen Konferenz in Singapur, habe dort viele asiatische Wachstumsunternehmen getroffen. Danach ging es weiter nach China – mehrere Städte, viele spannende und teilweise extrem günstig bewertete Unternehmen.
Zuvor war ich in den USA: einige Unternehmensbesuche und ein Capital Market Day. Und davor im Mittleren Osten, vor allem Dubai und Abu Dhabi.

01:53 – Christoph Damm
Also quasi einmal um die Welt.
Wie war dein Eindruck? Ist die Stimmung in manchen Ländern wirklich so schlecht, wie man hier oft liest?

02:07 – Jan Beckers
Gerade China muss man stark differenzieren. Die Wirtschaft wächst vielleicht „nur“ mit 4 % statt 6 %, und man muss die offiziellen Zahlen immer einordnen.
Aber vor Ort sieht man enorme Dynamik.
Sie haben Probleme, zum Beispiel im Immobiliensektor, aber in vielen Zukunftsindustrien – CleanTech, E-Mobilität – sind sie extrem stark.
Und die Produktivität ist beeindruckend.

Dazu kommen irrwitzig niedrige Bewertungen:
Gute Unternehmen mit KGV 5–12, teilweise sogar Firmen, die weniger kosten als ihr eigener Cashbestand.
Da ist die Negativität in den Kursen übertrieben hoch, und daraus entstehen Chancen.

Natürlich bleiben politische Risiken. Aber renditeseitig sieht es gut aus, wenn man die richtige Größenordnung im Portfolio wählt.

03:46 – Christoph Damm
Reisen nach China oder in die USA kann man sich vorstellen. Aber wie läuft das in Singapur oder Dubai ab? Sind die Unternehmen dort offen für Investorengespräche?

04:03 – Jan Beckers
Ja, absolut. Die Gespräche sind sehr vergleichbar mit US-Unternehmen.
In Singapur war es durch die Konferenz besonders effizient – hunderte Wachstumsfirmen an einem Ort.
Und man merkt dort einfach: Es ist eine Wachstumsregion.
Die Stimmung ist geprägt von Aufbruch, Optimismus und Zukunftsorientierung – ganz anders als in Europa, wo viele Probleme dominieren.

05:24 – Christoph Damm
Wenn du hunderte Firmen getroffen hast – waren da auch welche dabei, die bald in euren Fonds auftauchen?

05:35 – Jan Beckers
Ja, einige sehr vielversprechende Kandidaten.
Aber wir sprechen erst über neue Namen, wenn wir ausreichend recherchiert haben und investiert sind. Vorher nicht.

06:06 – Christoph Damm
Solche Einblicke hat man als Privatanleger nicht. Wie wichtig ist es dir persönlich, vor Ort zu sein, obwohl ihr Teams in den Regionen habt?

06:33 – Jan Beckers
Beides ist wichtig. Unsere Teams vor Ort liefern täglich ungefilterte Informationen – extrem wertvoll.
Aber persönlich vor Ort zu sein, Eindrücke zu sammeln, Gespräche zu führen, Produktionsstätten zu sehen – das ist unersetzlich.
Gerade in China waren diese Eindrücke erneut enorm hilfreich.

07:38 – Christoph Damm
Wir hier in Europa haben immer mehr Probleme: stagnierende Wirtschaft, politische Unsicherheiten, geringe Innovationskraft. Hast du etwas vergessen?

07:59 – Jan Beckers
Leider ist die Liste sehr lang.
Wir haben:

– sehr geringe Geburtenraten
– hohe Steuern und Sozialabgaben
– falsche Arbeitsanreize
– überbordende Bürokratie
– kaum digitale Verwaltung
– zersplitterte Kapitalmärkte
– politische Uneinigkeit

Unternehmen überlegen ernsthaft, ob sie in Europa überhaupt noch Kapital aufnehmen sollen – viele ziehen die USA vor.

10:38 – Christoph Damm
Aber vielleicht ist dieses Problembewusstsein ja der erste Schritt zur Besserung. Siehst du Hoffnung?

10:54 – Jan Beckers
Das Bewusstsein entsteht gerade erst. Das ist gut.
Positiv sind außerdem:

– Es gibt in Europa viele hervorragende Einzelunternehmen.
– Weniger aktive Investoren bedeutet: mehr Chancen, unterbewertete Firmen zu finden.
– Länder wie Griechenland zeigen, dass Reformen funktionieren können.

Wir investieren weiterhin in Europa – und haben aktuell sogar so viele deutsche Aktien wie lange nicht mehr.

13:49 – Christoph Damm
Bei Small- und Midcaps heißt es seit Jahren: „Jetzt kommt die große Aufholjagd.“ Bisher ohne Ergebnis. Wann startet sie?

14:31 – Jan Beckers
Ich glaube nicht, dass sich die Bewertungen komplett angleichen.
Passives Geld fließt in große Indizes – das ändert sich so schnell nicht.
Aber:
Bei kleineren Unternehmen findet man die besten Stockpicking-Chancen.
Gerade dort entstehen die Firmen, die Gewinne vervielfachen können und noch unentdeckt sind.

Ein kompletter Bewertungsangleich? Nein.
Viele Chancen im Kleinen? Ja.

17:37 – Jan Beckers
Ein spannendes Beispiel für radikale Reformen ist Argentinien.
Vor einem Jahr Hyperinflation, jetzt – nach harten Reformen – ausgeglichener Haushalt und 8 % Wachstum.
Noch nicht alles gut, aber ein mögliches Turnaround-Modell.

18:45 – Christoph Damm
Die Bevölkerung leidet aber noch stark unter Armut. Glaubst du, der Aufwärtstrend setzt sich fort?

18:45 – Jan Beckers
Nur wenn die Wirtschaft funktioniert, kann man Menschen langfristig aus der Armut holen.
China ist das beste Beispiel.
Reformen sind hart, aber sie schaffen Perspektive.

19:52 – Christoph Damm
Du warst auch in Singapur und den Emiraten. Was machen die besser?

20:14 – Jan Beckers
Singapur ist wahrscheinlich das bestgemanagte Land der vergangenen 50 Jahre:

– niedrige Steuern
– hohe Sicherheit
– effizientes Rechtssystem
– sehr gute Bildung
– talentfreundlich
– wirtschaftsfreundlich

Viele Vermögen sind von Hongkong nach Singapur abgewandert, weil Hongkong durch China an Attraktivität verloren hat.

Die Emirate haben ähnlich viel richtig gemacht:

– Ölgeld klug investiert
– extrem niedrige Bürokratie
– hohe Lebensqualität
– Anziehungspunkt für Talente und Unternehmen
– wachsende Forschungsindustrie
– stabile, zuversichtliche Gesellschaft

23:38 – Christoph Damm
In den USA läuft es ebenfalls gut, und ab Januar ändert sich viel unter Trump. Was wird der größte Hebel?

24:05 – Jan Beckers
Steuersenkungen – klar.
Aber vor allem Deregulierung und Abbau von Bürokratie.
Die Kryptoindustrie war in den letzten Jahren massiv blockiert. Jetzt werden dort enorme Kräfte freigesetzt.

Europa dagegen überreguliert viele Kleinigkeiten.
Ein Beispiel: Latte Macchiato wird je nach Milchanteil unterschiedlich besteuert.
Solche absurden Regeln schaden der Wettbewerbsfähigkeit.

27:00 – Christoph Damm
Kann man dieses Bürokratie-Geflecht überhaupt noch lösen?

27:11 – Jan Beckers
Ja – aber nur, wenn das Problembewusstsein breit genug ist.
Ich sehe erste Veränderungen, aber es ist ein zartes Pflänzchen.

27:59 – Christoph Damm
Brauchen wir eine europäische Wirtschafts- und Finanzpolitik?

28:08 – Jan Beckers
Es wäre hilfreich – vor allem im Kapitalmarkt.
Aber der Weg ist komplex, wegen der Einstimmigkeitsregeln in der EU.

29:09 – Christoph Damm
Muss man „breite Streuung“ heute neu definieren?

29:29 – Jan Beckers
Ja.
Ein Euro Stoxx, ein S&P 500 und ein MSCI China reichen nicht.
Als aktiver Anleger sollte man gezielt in die Regionen und Unternehmen investieren, die besonders viel richtig machen.
Wir hoffen, dass Europa in Zukunft wieder attraktivere Rahmenbedingungen schafft.

30:28 – Christoph Damm
Danke Jan – wir sind gespannt, welche Werte aus deinen Reisen wir bald besprechen.

30:36 – Jan Beckers
Sehr gerne.

Ja, aber wir erwarten auch neue IPOs und breitere Geschäftsmodelle im Krypto-Ökosystem.

29:56 – Christoph Damm
Kommt wieder ein Krypto-Winter?

30:08 – Jan Beckers
Ja – irgendwann.
Aber mit institutionellen Anlegern, Sparplänen und weniger Angst dürfte er milder ausfallen.

31:49 – Christoph Damm
Welche großen Coins – außer Bitcoin – sind aussichtsreich?

32:11 – Jan Beckers
Ethereum hat gutes Aufholpotenzial, besonders wegen DeFi.
Kleine Spekulations-Coins würde ich meiden.
Für die meisten Anleger gilt: lieber große, etablierte Coins halten.

33:42 – Christoph Damm
Jan, danke für den Ausblick!

33:49 – Jan Beckers
Vielen Dank. Bis bald.

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