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04.12.2025 ]

Fondsmanager Beckers: "Der KI-Wettbewerb nimmt Fahrt auf“

Fondsmanager Beckers: "Der KI-Wettbewerb nimmt Fahrt auf" Risiko-Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Sie erfolgen ohne Gewähr und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente dar. Es handelt sich weder um Anlageberatung noch um Anlagevermittlung. Ihr entscheidet selbst, was ihr mit den Informationen macht. Diese Transkription wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und zur besseren Verständlichkeit redaktionell leicht angepasst. Inhaltliche Abweichungen zum Original-Podcast sind möglich. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Christoph Damm: Hallo Jan. Jan Beckers: Hi Christoph. Christoph Damm: Wir stehen jetzt kurz vor dem neuen Jahr, vor 2026, wollen aber keinen klassischen Jahresrückblick machen – dafür gibt es zu viele spannende Entwicklungen und Themen, über die wir stattdessen sprechen können. Trotzdem eine Frage in dem Zusammenhang: Wenn man ein bisschen zurückblickt auf das KI-Jahr 2025 – sind wir da, wo du es zu Jahresbeginn prognostiziert hättest? Gibt es Bereiche, in denen wir vielleicht sogar weiter sind, und andere, in denen wir hinterherhinken? Es ist ja ein sehr großes Feld. Jan Beckers: Also allgemein würde ich sagen: Wir sind mit einer optimistischen Prognose in das KI-Jahr 2025 gestartet, und ich finde, die hat sich in Summe gut erfüllt. Wir haben sowohl auf der Infrastrukturseite gute Fortschritte gesehen als auch Bestätigungen für einige Thesen, die wir damals vertreten haben. Zum Beispiel die Annahme, dass Energie ein knappes Gut wird – die haben wir unter anderem mit unseren Picks wie IREN, damals noch Iris Energy genannt, gespielt. Diese These ist in diesem Jahr gut aufgegangen, hat aber gleichzeitig noch Raum, auch ins nächste Jahr hinein Wirkung zu entfalten. Wir haben Fortschritte bei Anwendungen gesehen. Und wir sehen weiterhin einen ungebrochenen Chip-Boom. Insofern würde ich sagen: Es war bis jetz

Christoph Damm:
Hallo Jan.

Jan Beckers:
Hi Christoph.

Christoph Damm:
Wir stehen jetzt kurz vor dem neuen Jahr, vor 2026, wollen aber keinen klassischen Jahresrückblick machen – dafür gibt es zu viele spannende Entwicklungen und Themen, über die wir stattdessen sprechen können. Trotzdem eine Frage in dem Zusammenhang: Wenn man ein bisschen zurückblickt auf das KI-Jahr 2025 – sind wir da, wo du es zu Jahresbeginn prognostiziert hättest? Gibt es Bereiche, in denen wir vielleicht sogar weiter sind, und andere, in denen wir hinterherhinken? Es ist ja ein sehr großes Feld.

Jan Beckers:
Also allgemein würde ich sagen: Wir sind mit einer optimistischen Prognose in das KI-Jahr 2025 gestartet, und ich finde, die hat sich in Summe gut erfüllt. Wir haben sowohl auf der Infrastrukturseite gute Fortschritte gesehen als auch Bestätigungen für einige Thesen, die wir damals vertreten haben. Zum Beispiel die Annahme, dass Energie ein knappes Gut wird – die haben wir unter anderem mit unseren Picks wie IREN, damals noch Iris Energy genannt, gespielt. Diese These ist in diesem Jahr gut aufgegangen, hat aber gleichzeitig noch Raum, auch ins nächste Jahr hinein Wirkung zu entfalten.

Wir haben Fortschritte bei Anwendungen gesehen. Und wir sehen weiterhin einen ungebrochenen Chip-Boom. Insofern würde ich sagen: Es war bis jetzt ein gutes KI-Jahr, und insgesamt hat sich der Markt in etwa in dem Rahmen entwickelt, den wir erwartet hatten.

Christoph Damm:
Was ihr für 2026 erwartet, das besprechen wir dann vielleicht beim nächsten Mal, wenn wir uns das etwas genauer anschauen. Jetzt wollen wir auf aktuelle Themen kommen. Du bist schon wieder unterwegs in der Welt, gerade in den USA auf einer spannenden Konferenz. Was für eine Konferenz ist das? Es geht bestimmt um KI, nehme ich an.

Jan Beckers:
Genau. Ich bin hier gerade auf der UBS Global AI & Tech-Konferenz in Arizona. Das ist eine der großen Technologiekonferenzen, bei der sich mehrere hundert Unternehmen versammeln. Einerseits ist hier ein großer Teil der Chip-Wertschöpfungskette vertreten – in Arizona stehen ja auch diverse Chipfabriken, und TSMC baut hier ebenfalls Produktionskapazitäten auf. Andererseits sind auch viele altbekannte Unternehmen da, die sonst eher im Valley oder in New York sitzen und jetzt hierher angereist sind.

Christoph Damm:
Also viele bekannte Firmen, viele Eindrücke, viele Stimmen. Was hörst du so, wie ist die Stimmung? Bleibt sie positiv? Wir hatten beim letzten Mal das Thema KI-Blase – ja oder nein. Sind da aktuell noch warnende Stimmen unterwegs?

Jan Beckers:
Die Stimmung hier ist ziemlich positiv, muss man sagen. Man hat so ein bisschen das Gefühl, dass wir die Diskussion „Sind wir in einer KI-Blase, platzt die jetzt?“ erst einmal hinter uns gelassen haben. Diese Frage wird in der Zukunft sicherlich wieder aufkommen, aber im Moment dominiert eher das konstruktive Narrativ.

Wir haben zuletzt gute Nvidia-Ergebnisse gesehen, mit einer starken Nachfrage, die ins nächste Jahr weiterlaufen soll. Wir haben mit Gemini 3 Pro von Alphabet, also Google, ein starkes neues Modell gesehen, das zusätzliche Impulse liefert. Und hier hat sich inzwischen jeder darauf eingestellt, dass der AI-Boom zunächst weitergeht – ganz im Rahmen unserer These, die wir schon häufiger besprochen haben. Es fühlt sich so an, als könne man sich jetzt gut dafür aufstellen, im nächsten Jahr weiterhin an diesem Boom teilzuhaben.

Parallel dazu bringen viele Banken gerade ihre Aktienprognosen für das kommende Jahr heraus – heute etwa J.P. Morgan. Die sind ebenfalls überwiegend positiv und weiterhin stark von KI getrieben, als Technologie, die in vielen Branchen zusätzliche Nachfrage erzeugt, aber eben auch Kosten nach oben bringt.

In den vergangenen drei Jahren sind wir zum Jahresanfang immer mit KI als zentrales Thema auf dem Fondskongress aufgelaufen – und alles deutet darauf hin, dass wir auch am Anfang dieses Jahres wieder mit KI als dem wichtigsten Thema für 2026 dort auftreten werden.

Christoph Damm:
Ja, die Nvidia-Zahlen haben ja auch die Märkte insgesamt gestützt, weil sie so gut ausgefallen sind. Man dachte, das wäre das große Thema. Dann kam aber kurz darauf ein anderes großes Thema, das wir heute in den Mittelpunkt stellen wollen: Laut US-Medienbericht von The Information überlegt Meta, künftig Google-TPUs für seine KI-Workloads zu nutzen. Bisher galten Nvidia-GPUs als Nonplusultra und quasi unschlagbar. Jetzt könnte Google hier eine einsatzbereite Alternative haben. Bisher nutzt Google seine Chips ja nur selbst und verkauft sie nicht an andere Firmen. Nvidia hat dagegen praktisch das Monopol für externe Kunden. Bröckelt dieses Monopol jetzt?

Jan Beckers:
Ich würde sagen: teilweise. Es besteht weiterhin eigentlich kein Zweifel daran, dass Nvidia mit all seiner Erfahrung die besten Chips herstellt – und das zu den günstigsten Kosten auf der reinen Produktionsebene. Allerdings hat Nvidia eine sehr hohe Marge zwischen den Produktionskosten und dem Preis, den die Abnehmer am Ende zahlen. Und genau das bietet natürlich Angriffsfläche, wenn jemand anderes mit einem guten Produkt auf den Markt kommt – in diesem Fall Google, nachweislich mit eigenen Modellen, die auf den TPUs trainiert wurden und heute mit zu den führenden gehören.

Die TPUs sind sowohl für Training als auch für Inference sehr gut geeignet. Und das schafft Raum, Nvidia dort Wettbewerb zu machen. Das bedeutet jetzt nicht, dass die ganze Welt einfach auf TPUs umstellen kann. Das ist eher ein Thema für Hyperscaler wie Meta, die das technische Wissen und viele Software- und Hardware-Ingenieure im Haus haben, um so einen Wechsel zu stemmen.

Nvidia hat mit CUDA eines der mit Abstand ausgereiftesten Ökosysteme aufgebaut. Da kann nicht „Otto Normalkunde“ einfach so auf Google-TPUs umsteigen, selbst wenn Google sie in großem Stil verkaufen würde. Es sieht eher so aus, dass TPUs für sehr große Kunden eine Alternative werden könnten. Das ist für das Ökosystem insgesamt gut, weil es den Wettbewerb anheizt.

Auf der anderen Seite ist das aber keineswegs das Ende von Nvidia. Nvidia wird weiterhin der dominante Player im Sektor bleiben. Es ist spannender geworden – aber Nvidia ist dadurch nicht als „Chipkönig“ abgelöst worden.

Christoph Damm:
Was ich auch spannend fand: Nvidia sah sich ja offenbar genötigt, sich zu dieser Meldung zu äußern. Auf X hat man gepostet, die GPUs seien den TPUs eine ganze Generation voraus, hat Google aber gleichzeitig zu den Fortschritten gratuliert. Das kann man ja unterschiedlich lesen. Einerseits will Nvidia klarstellen: „Wir sind weiterhin die Besten.“ Andererseits nimmt man Google damit sichtbar als ernstzunehmenden Konkurrenten wahr – sonst müsste man sich ja gar nicht äußern.

Jan Beckers:
Das fand ich auch spannend. An ihrer Stelle hätte ich mich wahrscheinlich nicht dazu geäußert – es ist eher ungewöhnlich, dass man öffentlich so stark auf Wettbewerber eingeht. Normalerweise lässt man solche Meldungen stehen, ohne sie direkt zu kommentieren.

Was für uns wertvoller war: Jensen Huang hatte sich schon vor einigen Monaten sehr positiv und lobend zu den TPUs von Alphabet geäußert. Wir hatten ja begonnen, vor etwa vier, fünf Monaten eine Alphabet-Position im Portfolio aufzubauen, nachdem wir sie lange nicht im Bestand hatten. Diese Äußerung von Jensen war für uns eine zusätzliche Bestätigung für die Stärke, die Alphabet gerade aufbaut.

Wir haben das genutzt, um unsere Position dort noch einmal auszubauen. Denn häufig ist es so: Wenn Wettbewerber sich anerkennend äußern, sind das Signale, die man ernst nehmen sollte – die kennen die Wettbewerbslandschaft am Ende am besten.

Alphabet ist sehr früh in KI eingestiegen. Das Unternehmen hat sich seit rund 20 Jahren der Organisation von Informationen aller Art verschrieben und ist als erster der großen Hyperscaler wirklich „all-in“ auf AI gegangen, lange bevor es das dominante Thema für die anderen wurde. Diese frühen strategischen Weichenstellungen zahlen sich jetzt aus und verschaffen dem Unternehmen eine sehr starke Position – sowohl auf der Chipseite, wo sie abgesehen von Nvidia ganz klar führend sind und die niedrigsten Kosten für das Produzieren von „Intelligenz“ unter den Hyperscalern haben, als auch auf der Datenseite, weil sie über die Jahre den größten Datenschatz aufgebaut haben.

All das spielt Alphabet jetzt in die Karten. Und wie es an der Börse oft ist: Irgendwann dreht sich das Narrativ. Aus „Google hat große Execution-Probleme“ ist jetzt „Google steht im Spotlight und ist sehr stark positioniert“ geworden. Das hat dazu geführt, dass die Aktie vom klaren Nachzügler unter den Hyperscalern zum echten Champion geworden ist.

Christoph Damm:
Vielleicht können wir das noch einmal etwas genauer nachzeichnen. Gemini 3 gilt inzwischen in vielen Berichten als aktuell bestes KI-Modell. Es wurde komplett auf TPUs trainiert. Gleichzeitig galt Google lange als Verlierer, weil es hieß: Niemand wird mehr googeln, alle fragen nur noch ChatGPT, das Werbegeschäft bricht weg.

Trotzdem kam irgendwann dieser Wandel in der Wahrnehmung – du hast es schon angesprochen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 50 Prozent zugelegt, wer im Frühjahr im Tief gekauft hat, konnte sogar noch mehr Performance mitnehmen. Gab es ein, zwei entscheidende Momente? Waren es Aussagen wie die von Nvidia? Oder war der Wendepunkt früher? Wie ist dieses Spotlight auf Google entstanden?

Jan Beckers:
Es waren eher mehrere Schritte als ein oder zwei isolierte Momente. Zunächst einmal lag es daran, dass Google trotz der Angst vor einem möglichen Wegbrechen des Suchgeschäfts kontinuierlich starke Unternehmenszahlen geliefert hat. Die Suchumsätze konnten weiter ausgebaut werden, weil Search am Ende auch davon profitiert, dass man dank besserer KI komplexere Anfragen besser beantworten kann. Das hat zunächst einmal entgegen der Befürchtungen positiv gewirkt.

Gleichzeitig wurde über die Zeit immer sichtbarer, dass Google in der KI selbst sehr stark ist. Das, was man auf abstrakter Ebene immer wusste – dass Google den breitesten Datenschatz besitzt –, ist nun für alle Welt erlebbar geworden. Das ist eine Einsicht, die Konsumenten vielleicht erst mit dem Launch des Modells Gemini gewonnen haben.

Wenn man aber den Markt intensiv beobachtet, mit vielen Experten spricht und mit Menschen, die direkt in diesen Unternehmen oder bei Wettbewerbern arbeiten, bekommt man ein deutlich früheres Bild. Diese Erkenntnis hat sich dann schrittweise auch in der Aktie niedergeschlagen. Zuletzt ist es einfach sehr offensichtlich geworden.

Das heißt aber nicht, dass es jetzt in alle Ewigkeit so weiterlaufen muss. Wir haben im KI-Bereich schon oft gesehen, wie schnell sich technologische Führungspositionen verschieben können. In den nächsten drei bis neun Monaten werden viele Wettbewerber neue Modelle launchen, vielleicht auf noch größeren Rechenkapazitäten trainiert. Es bleibt also spannend.

Was man aber festhalten kann: Die strukturellen Vorteile – die günstigste Rechenkapazität im eigenen Haus und der über 20 Jahre aufgebaute Datenschatz – bleiben bestehen. Und der aktuelle Erfolg führt wiederum dazu, dass Top-Talente diesen Erfolg wahrnehmen und Alphabet es leichter hat, sie zu halten oder von anderen Playern abzuwerben. Auch das ist ein wichtiger Faktor.

Christoph Damm:
Beim Thema Daten war wahrscheinlich auch entscheidend, dass man den Chrome-Browser behalten durfte und nicht abspalten musste. Darüber sammelt man ebenfalls sehr viele Daten und kann zugleich KI-Funktionen an Nutzer herantragen, die Gemini vielleicht noch gar nicht aktiv nutzen.

Die Rallye, die wir angesprochen haben: Google ist mit einem KGV von etwa 30 jetzt nicht mehr extrem günstig, aber im Vergleich zu anderen KI-Playern immer noch moderat bewertet. Trotzdem gibt es eine rege Diskussion: Einige sagen nach der Meldung, Meta könnte TPUs nutzen, sei die Luft erst einmal raus und man solle aussteigen. Andere sehen das erst als den Start der KI-Story von Google. Ich weiß, du lässt dir zu Einzelwerten ungern in die Karten schauen, aber: Wie siehst du die Bewertung von Google? Ihr habt ja aufgebaut, wie du gesagt hast.

Jan Beckers:
Ich möchte ungern prognostizieren, was in den nächsten Monaten passiert. Es gibt derzeit deutlich „verrücktere“ Bewertungen im gesamten KI-Kosmos. Ich würde es so sehen: Den schönsten Sprung in kurzer Zeit haben wir da wahrscheinlich gesehen. Aber wenn ein Unternehmen so gut für weiteres Wachstum positioniert ist, muss ein KGV von 30 nicht zwingend zu teuer sein.

Natürlich wird irgendwann wieder die Frage aufkommen, was mit dem Kerngeschäft passiert, wie sich Search langfristig entwickelt und so weiter. Das Narrativ wird sich weiterentwickeln. Aber es ist aus unserer Sicht nicht so, dass man jetzt zwingend aussteigen müsste, nur weil die Aktie gut gelaufen ist.

Christoph Damm:
Der Markt ist extrem dynamisch, reagiert sehr schnell auf neue Meldungen – entsprechend bleibt das alles sehr im Fokus. Wir haben letzte Woche auch über die „zweite Reihe“ im KI-Bereich gesprochen. Bleibt das für dich ein spannendes Thema, auch ins neue Jahr hinein – also die „Schaufelverkäufer“ im Software- und Infrastrukturbereich, nicht nur die Chiphersteller?

Jan Beckers:
Ja, absolut. Auch hier auf der Konferenz wurde noch einmal deutlich, dass wir weiterhin eine hohe Dynamik sehen – im Chipgeschäft, aber auch bei vielen Zulieferern.

Die Diskussion entwickelt sich weiter: Speicher bleibt natürlich knapp und wird weiterhin stark nachgefragt. Gleichzeitig werden die Chip-Cluster immer größer, und auch die einzelnen Chipsysteme wachsen. Dadurch wird die Kommunikation zwischen den Chips immer wichtiger. Viele Zulieferer, insbesondere bei optischen Kommunikationskomponenten, erleben aktuell einen großen Nachfrageboom, weil die Datenübertragungskapazitäten deutlich gesteigert werden müssen.

Gleichzeitig geht es darum, Chips energieeffizienter zu machen. Energie ist einerseits knapp, andererseits ein großer Kostentreiber für Unternehmen. Auch hier sehen wir viel Bewegung. Die Chip-Ausrüster, mit denen wir hier gesprochen haben, berichten von anhaltend starker Nachfrage. Insofern kann man auf der Infrastruktur- und Zuliefererseite durchaus positiv in das Jahr 2026 blicken.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie es bei den Anwendungen weitergeht. Und dort sieht man vielerorts Fortschritte. Man könnte fast sagen, dass sich inzwischen weitgehend Einigkeit darüber abzeichnet: Selbst wenn KI auf dem aktuellen Stand stehen bleiben würde – die Modelle sich also nicht weiter verbessern würden –, hätten wir bereits jetzt so gute, nützliche Anwendungen, dass es vor allem darum geht, diese breit auszurollen und auf einzelne Branchen zuzuschneiden.

Wir sehen das auch bei BIT Capital im eigenen Haus: KI kann heute schon sehr viel leisten. Man muss sich allerdings viele Tools zwischendurch bauen, Prozesse anpassen, das braucht Zeit. Das wird aber in den nächsten ein bis zwei Jahren deutlich an Fahrt aufnehmen.

Die ganz großen Gewinner in 2026 könnten dann diejenigen Anwender werden, die es schaffen, Konsumenten zu überraschen – oder die dank KI vielleicht fünf Prozent günstiger anbieten können als der Wettbewerb. Wenn es einem Versicherer gelingt, seine Policen fünf Prozent günstiger zu machen als die Konkurrenz, kann das schnell zu einer Verdopplung oder Verdreifachung der Nachfrage führen.

Genau deshalb haben wir unter anderem Lemonade bei uns im Portfolio höher gewichtet – und sehen weitere Chancen in angrenzenden Bereichen im Jahr 2026. Lemonade kann dank KI inzwischen Schadensmeldungen teilweise in wenigen Sekunden bearbeiten. Und wir werden vermutlich noch viele weitere Anwendungsfälle sehen.

Christoph Damm:
Also da werden wir sicherlich noch einige neue Anwendungen sehen – dann im nächsten Jahr. Schon einmal vielen Dank, Jan, für die Einschätzungen. Ein erfolgreiches Jahresende und einen guten Rutsch ins neue Jahr kann man fast schon sagen, auch wenn wir uns noch relativ früh im Dezember befinden. Aber wir hören uns in diesem Jahr nicht mehr, und die Zuhörerinnen und Zuhörer auch nicht. Von daher: schon einmal einen guten Jahresabschluss – und dann bis 2026.

Jan Beckers:
Genau, wir hören uns dann Anfang 2026 mit einem kurzen Jahresrückblick und einem ausführlichen Ausblick auf 2026. Insofern: Bis bald.

Christoph Damm:
Dann, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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