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06.02.2025 ]

Fondsmanager Beckers: „DeepSeek ist mehr Chance als Risiko für KI“

Fondsmanager Beckers: „DeepSeek ist mehr Chance als Risiko für KI“ Risiko-Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hierbei nicht um Anlagevermittlung, Anlageberatung oder Ähnliches. Ihr entscheidet selbst, was ihr macht. Diese Transkription wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und zur besseren Verständlichkeit redaktionell leicht angepasst. Inhaltliche Abweichungen zum Original-Podcast sind möglich. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. 00:34 – Christoph DammHallo Jan! Ich freue mich jedes Mal auf den Podcast, aber diesmal ganz besonders. Es gab eine große Entwicklung im KI-Bereich, und viele Hörer sind gespannt, wie ich das einschätze.Die Rede ist natürlich von DeepSeek – dem LLM-Modell aus China. Die Börse war überrascht, Nvidia verlor an einem Tag 600 Milliarden Dollar an Wert, der größte Tagesverlust eines Einzelwertes überhaupt.Wie sah das bei euch aus? Hattet ihr DeepSeek auf dem Radar oder wurdet ihr überrascht? 01:08 – Jan BeckersWir hatten es als potenziell interessantes Modell auf dem Radar, aber wir haben nicht damit gerechnet, dass es genau jetzt und mit dieser Wucht einschlagen würde. Das war für uns ebenfalls überraschend. Wenn der Markt so reagiert, schaut man sofort tiefer rein: Was ist passiert? Wie gut ist das Modell wirklich? Man spricht mit Experten, auch aus dem Chip-Bereich, und wir kamen relativ schnell zu dem Schluss, dass das nicht das Platzen einer KI-Blase ist – wie manche Medien gefragt haben – sondern eher das Gegenteil.KI wird schneller, günstiger, besser. Das bedeutet mehr Einsatzmöglichkeiten, besonders in Konsumentenprodukten. Fragezeichen bleiben natürlich bei den Chip-Produzenten:Wenn KI effizienter wird, braucht man weniger Rechenleistung. Aber historisch gilt: Wenn ein nützliches Gut billiger wir

00:34 – Christoph Damm
Hallo Jan! Ich freue mich jedes Mal auf den Podcast, aber diesmal ganz besonders. Es gab eine große Entwicklung im KI-Bereich, und viele Hörer sind gespannt, wie ich das einschätze.
Die Rede ist natürlich von DeepSeek – dem LLM-Modell aus China. Die Börse war überrascht, Nvidia verlor an einem Tag 600 Milliarden Dollar an Wert, der größte Tagesverlust eines Einzelwertes überhaupt.
Wie sah das bei euch aus? Hattet ihr DeepSeek auf dem Radar oder wurdet ihr überrascht?

01:08 – Jan Beckers
Wir hatten es als potenziell interessantes Modell auf dem Radar, aber wir haben nicht damit gerechnet, dass es genau jetzt und mit dieser Wucht einschlagen würde. Das war für uns ebenfalls überraschend.

Wenn der Markt so reagiert, schaut man sofort tiefer rein: Was ist passiert? Wie gut ist das Modell wirklich? Man spricht mit Experten, auch aus dem Chip-Bereich, und wir kamen relativ schnell zu dem Schluss, dass das nicht das Platzen einer KI-Blase ist – wie manche Medien gefragt haben – sondern eher das Gegenteil.
KI wird schneller, günstiger, besser. Das bedeutet mehr Einsatzmöglichkeiten, besonders in Konsumentenprodukten.

Fragezeichen bleiben natürlich bei den Chip-Produzenten:
Wenn KI effizienter wird, braucht man weniger Rechenleistung. Aber historisch gilt: Wenn ein nützliches Gut billiger wird, steigt die Nachfrage oft stark an – wie bei Strom damals im 19. Jahrhundert.

Die Big-Tech-Ergebnisse der letzten Tage deuten stand jetzt nicht auf sinkende Chip-Bestellungen hin, eher im Gegenteil: Die CapEx für Rechenzentren sollen steigen. Gleichzeitig glauben führende KI-Entwickler wie Sam Altman, dass sich KI künftig noch schneller selbst verbessern kann.

Für uns heißt das: Wir stehen ganz am Anfang eines gewaltigen KI-Booms.

04:13 – Jan Beckers
Das Ganze löst ein regelrechtes Wettrüsten aus: Jeder will der Erste sein, der eine hypermächtige KI entwickelt – aus wirtschaftlichen, aber auch geopolitischen Gründen.
Das spielt eine große Rolle bei Themen wie Exportkontrollen für Chips. Insgesamt ist es komplex, aber unterm Strich: Diese Entwicklungen beschleunigen die KI-Dynamik weiter.

06:02 – Christoph Damm
DeepSeek soll mit 2000 Nvidia H800-Chips trainiert worden sein. Andere nutzen gigantische Supercomputer mit viel mehr Rechenleistung. Wie konnte DeepSeek so effizient sein?

06:28 – Jan Beckers
Ob es wirklich nur 2000 Chips waren, ist fraglich. Der Mutterkonzern – ein Quant-Hedgefonds – soll Zugriff auf bis zu 50.000 Chips in Singapur haben. Vermutlich wurden mehr Ressourcen genutzt.

Aber trotzdem gilt: DeepSeek hat echte Prozessoptimierungen vorgenommen.
Die Chip-Beschränkungen in China haben offenbar den Erfindergeist beflügelt. Sie haben zum Teil die Nvidia-CUDA-Software umgangen, um höhere Effizienz zu erreichen.
Die Open-Source-Gemeinschaft – ob Meta, ob OpenAI – erkennt an: Das war gute Arbeit.

Gleichzeitig landet alles schnell wieder in Open Source. Dadurch stellt sich die Frage:
Wie groß ist der Burggraben eines OpenAI, wenn Innovationen binnen Monaten kopiert oder nachgebaut werden können?

08:36 – Christoph Damm
Der Chipmarkt war also der erste Verlierer – zumindest an den Tagen nach der Meldung. Aber noch nicht dauerhaft?

08:53 – Jan Beckers
Nein. Der KI-Markt ist extrem dynamisch, hart umkämpft, mit enormem Potenzial.
Es fließen die klügsten Köpfe und gewaltige Kapitalmengen hinein. Das sorgt für Wettbewerb und ändert schnell die Kräfteverhältnisse.
Für Stockpicker wie uns ist das grundsätzlich gut.

09:36 – Christoph Damm
Musstet ihr euer Portfolio jetzt umstellen?

09:43 – Jan Beckers
Man schaut sich natürlich alles an.
Wir hatten bereits stark auf KI-Anwender gesetzt – also Firmen, die KI in Produkten nutzen: Duolingo, Grindr und andere.
Diese Unternehmen profitieren stark, wenn KI besser und günstiger wird. Und genau diese Aktien haben zuletzt auch überdurchschnittlich zugelegt.

Unser Portfolio war breit diversifiziert und gut aufgestellt. Wir haben daher nur kleinere Überlegungen angestellt – aber keine große Umschichtung.

11:07 – Jan Beckers
Bei Nvidia haben wir lange überlegt. Die Aktie war stark gefallen, aber wir hielten sie vorher schon für fair bewertet.
Also haben wir sie behalten, trotz der Unsicherheiten.

13:03 – Christoph Damm
Wie wirkt sich DeepSeek auf China als Anlageregion aus?

13:21 – Jan Beckers
China war für uns ohnehin nie abgeschrieben.
Sie haben in vielen Branchen – Solar, E-Autos – gezeigt, dass sie Weltmeister im Kostensenkungswettbewerb sind.
Bei Chips hängen sie noch zurück, aber bei KI-Modellen haben sie enorm aufgeholt.

Viele Anleger haben wegen Trump, Handelskrieg, Regulierung usw. China verlassen.
Das führt zu:
– niedrigen Bewertungen
– wenig Aufmerksamkeit
– vielen Chancen

Für uns ist das attraktiv.

15:45 – Christoph Damm
Kann man also zusammenfassen: DeepSeek ist eher Chance als Risiko?

15:56 – Jan Beckers
Aus Anlegerperspektive: Ja, eindeutig.
Aus globaler Perspektive: Es macht die Welt nicht sicherer. Open Source führt dazu, dass mächtige Modelle überall genutzt werden können. Das hat auch Risiken.

Aber für Investoren ist es langfristig positiv.

16:59 – Christoph Damm
Unsere Spotify-Umfrage zeigte: 45 % glauben, Stockpicking wird entscheidend für 2025.
Rechnest du damit, dass Europa auch mal überraschen könnte – wenn ein europäisches Team ein Modell wie DeepSeek baut?

17:41 – Jan Beckers
Grundsätzlich ja, möglich ist es.
Mistral hat ja bereits positiv überrascht.
Aber in Europa sind die Rahmenbedingungen nicht gut: zu viel Regulierung, zu langsame Verfahren, Talente wandern ab.
Es ist möglich – aber schwieriger als in China oder den USA.

19:10 – Christoph Damm
Du hast beim Vorkongress gesagt:
USA = Innovation
China = Kostensenkung
Europa = Bürokratie
Ist das noch immer so?

19:26 – Jan Beckers
Leider ja. Wir regulieren zu viel und oft unsinnig.
Lieferkettengesetz ist gut gemeint, aber schwächt unsere Unternehmen, ohne global Lösungen zu schaffen.
Dadurch werden wir in vielen Bereichen überholt.

20:21 – Christoph Damm
Du hast Deutschland in einer Zeitung als „existenzielle Krise“ bezeichnet. Warum so drastisch?

20:39 – Jan Beckers
Weil es so ist.
Wir haben hohe Kosten, hohe Steuern, hohe Energiepreise, hohen Krankenstand, ineffiziente Strukturen – und starke Konkurrenz weltweit.
Unsere Schlüsselindustrien geraten unter Druck.
Wenn wir nicht handeln, verlieren wir Wohlstand und Talente.

24:17 – Christoph Damm
Kann Politik jetzt noch gegensteuern?

24:41 – Jan Beckers
Ja, aber es braucht eine radikale Vereinfachung der Bürokratie und echte marktwirtschaftliche Reformen.
Steuersenkungen, Energiepolitik, Arbeitsanreize – es gibt viele Stellschrauben.

26:49 – Christoph Damm
Heißt das für euch: weiter Schwerpunkt USA?

27:01 – Jan Beckers
Nicht nur.
Wir finden derzeit viele gute europäische Firmen – teils günstig bewertet.
Europa hat starke Einzelunternehmen, auch wenn der Standort schwächelt.

Und DeepSeek zeigt: Man braucht nicht Milliarden, sondern Kreativität.
Das macht Hoffnung für Europa.

28:30 – Christoph Damm
Dann hoffen wir, dass die nächste große Überraschung vielleicht aus Europa kommt. Danke, Jan!

28:37 – Jan Beckers
Danke dir!

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